Bolivien |

Ex-Bürgermeister Sucres in U-Haft

Sucres ehemaliger Bürgermeister und Ex-Präsident der örtlichen Universität San Francisco Jaime Barrón ist am Montag festgenommen und ins Gefängnis San Roque überstellt worden. Nach einer Anhörung am Obersten Gericht vom Departamento Chuquisaca ordnete der Richter auf Antrag von Staatsanwalt Gustavo Carrión Untersuchungshaft wegen Fluchtgefahr an. Der Oppositionspolitiker muss sich im Fall der öffentlichen Demütigung und Belästigung vom Mai 2008 verantworten.

Am 24. Mai 2008 waren elf indigene Bauern von Regierungsgegnern des »Comité Interinstitucional« (CI) auf dem städtischen Hauptplatz »25 de Mayo« gezwungen worden, sich nackt auszuziehen. Mit Benzin übergossen und mit Verbrennung bedroht mussten die Bauern auf Knien und Holzkreuze in den Händen Präsident Evo Morales als »Dreckiger Indio« und »Lama« beschimpfen. In die offizielle Hauptstadt Boliviens waren die Bauern gekommen, um einer Rede des ersten indigenen Präsidenten Südamerikas beizuwohnen.

Borrón war im April 2010 im Amt bestätigt worden, von der Mehrheit der Kämmerer seitens der »Bewegung zum Sozialismus« (MAS) aber vom Dienst suspendiert worden. Als CI-Vorsitzender und Chef der Universität wird ihm vorgeworfen, er habe die studentischen Schlägertrupps gegen die Regierungssympatisanten aufgewiegelt. 2008 war Sucre Sitz der Verfassungsgebenden Versammlung, die konservative Opposition hatte ein Scheitern des Konvents und die Ausarbeitung einer neuen Magna Charta mit allen Mitteln betrieben. Laut der Zeitung Correo del Sur hat Ángel Vallejos, Ex-Bürgermeister der Ortschaft Mojocoya, die Klage gegen Borrón eingereicht, unter anderem wegen Anstiftung zur öffentlichen Unruhe, Aufforderung zu Straftaten und Freiheitsberaubung. (bb)