Bolivien |

Evo Morales: Schluss mit Staatsstreichen

US-Botschaften sollen sich nicht einmischen

Boliviens Präsident Evo Morales hat auf der IX. gesamtamerikanischen Konferenz der Verteidigungsminister in Santa Cruz dazu aufgerufen, das Zeitalter der Staatsstreiche in Lateinamerika und in der Welt zu beenden. Als Drahtzieher hätten sich in der Vergangenheit häufig die Botschaften der USA erwiesen. Bolivien sei selbst 2008 betroffen gewesen, als US-Botschafter Philip Goldberg als Mitorganisator eines Umsturzversuches gegen seine, Morales´, Regierung tätig geworden sei. Der Botschafter war daraufhin des Landes verwiesen worden. Auch die US-Drogenbekämpfungsbehörde DEA habe seinerzeit die Verschwörer unterstützt und Bolivien verlassen müssen.

Morales wies auf weitere Umsturzversuche hin, zum Beispiel 2009 in Honduras und erst kürzlich in Ecuador. Lediglich in Honduras seien die USA erfolgreich gewesen, als sie eine unrechtmäßige Regierung durchgesetzt hätten. Die lateinamerikanischen Demokratien könnten nur in einem Klima von Frieden und Sicherheit gedeihen. Die Anstiftung zu und die Organisierung von Staatsstreichen verhindere dies. In dem Zusammenhang kritisierte Morales scharf ein Treffen von Ultrarechten, das am 17. November in Washington stattfand. Einige Kongressabgeordnete wie der Republikaner Connie Mack hätten einen Mord an Venezuelas Präsident Hugo Chávez quasi herbeigesehnt. Sollte Chávez etwas zustoßen, sei klar, wer den Hintermännern zugerechnet werden müsse. (bs)

Quelle: Adital