Kolumbien |

EU-Präsident Schulz schickt Radio-Botschaft an deutsche Geiseln

Der Präsident des Europa-Parlaments, Martin Schulz, hat sich während seines Aufenthaltes in der kolumbianischen Hauptstadt Bogota mit einer Radiobotschaft an die beiden entführten deutschen Geiseln gewandt. Im Gespräch mit dem Radiosender "La W" sagte der SPD-Politiker am Freitag, 15. Februar, (Ortszeit): " Guten Tag, Uwe und Günther. Ich bin der Präsident des Europäischen Parlaments und ich bin gerade in Bogota. Ich werde heute mit dem Präsidenten und dem Vizepräsidenten Kolumbiens auch über ihren Fall reden. Wir sind alle sehr besorgt, aber wir hoffen auch auf einen guten Ausgang. Wenn Sie mich hören können, lassen Sie den Mut nicht sinken. Es gibt viele Leute, die alles versuchen, damit Sie so schnell wie möglich freikommen. Ich wünsche Ihnen viel Mut und viel Kraft. Wir sind in den Gedanken bei Ihnen."

Die beiden deutschen Rentner befinden sich nach Angaben der linksgerichteten Rebellenorganisation ELN seit Anfang November in ihrer Gewalt. Die ELN wirft ihnen vor, als Spione in Kolumbien unterwegs gewesen zu sein. Vorliegende Indizien deuten allerdings darauf hin, dass sich die beiden deutschen Geiseln aus Süddeutschland auf einer gewöhnlichen Weltreise befanden.

Die ELN ist die zweitgrößte Guerilla-Organisation in Kolumbien. Sie wird auf 2.500 Kämpfer geschätzt. Gegründet wurde sie 1964 von Anhängern des argentinischen Guerilla-Kämpfers Che Guevara. Später stießen eine Reihe kolumbianischen Befreiungstheologen, darunter der katholische Priester Camilo Torres, hinzu.

Quelle: KNA