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Erzbischof will trotz Morddrohungen nicht schweigen

Der peruanische Erzbischof Pedro Barreto will trotz Morddrohungen sein Engagement für die Einwohner der Stadt La Oroya fortsetzen. "Wir können und wir werden als Kirche nicht schweigen, wenn die Situation für die Menschen derart bedrohlich ist", sagte der Oberhirte der Diözese Huancayo am Samstag der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Der Vorsitzende der Kommission "Gerechtigkeit und Solidarität" des Lateinamerikanischen Bischofsrates (CELAM) bestätigte die jüngsten Morddrohungen gegen ihn und eine Angestellte des Bistums: "Man hat meiner Mitarbeiterin gesagt, sie könne sich schon einmal einen Sarg kaufen, denn sie werde gemeinsam mit dem Erzbischof in den Himmel fahren."

Barreto engagiert sich für die Einwohner der Stadt La Oroya, in der eine Kupfer- und Bleigießerei die Umwelt jahrzehntelang extrem belastet hat. Die Stadt gehört seinen Angaben zufolge "zu den fünf am meisten verschmutzten Orten der Welt". Die jüngsten Morddrohungen gegen den Erzbischof stehen offenbar in Zusammenhang mit dem Einsatz der Ortskirche für die Belange der Gießerei-Anwohner. Der Betrieb des Unternehmens Doe Run steht seit mehr als zwei Jahren still, nachdem der peruanische Staat die Erfüllung von Umweltauflagen gefordert hatte, um die Kontaminierung von Boden, Luft und Abwasser deutlich zu reduzieren.

Man habe jetzt zwar saubere Luft, so Barreto, allerdings wachse der Unmut der Arbeiter, die seit der Stilllegung des Betriebes nur noch einen Bruchteil ihres Gehalts erhielten. Barreto zeigte Unverständnis dafür, dass das Unternehmen die bisherige Zeit ungenutzt habe verstreichen lassen und eine Verlängerung der von der Regierung gesetzten Zehn-Jahres-Frist beantragt habe. Die Verzögerungstaktik des Unternehmens zeige nun Wirkung, denn bei den Beschäftigten wachse der Ärger auf den Staat.

Quelle: KNA