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Erzbischof führt Bürgerprotest ­gegen Umweltverschmutzung an

Erzbischof Pedro Barreto und eine Delegation aus Huancayo haben Ende April im Präsidentenpalast in Lima Regierungsvertretern knapp 10.000 Unterschriften überbracht, mit denen Präsident Alan García aufgefordert wird, für die Metallschmelze in La Oroya eine umweltverträgliche Lösung zu finden. »Die Zivilgesellschaft hat ein Recht darauf, angehört zu werden«, kommentierte Erzbischof Barreto die Unterschriftenaktion. »Wir sind nicht gegen einen sozial- und umweltverträglichen Bergbau, aber La Oroya ist eine nationale Schande.« Der Erzbischof ist auch Vorsitzender des Runden Tisches für Umweltfragen in der Region.

Die Gesundheit der Bewohner der Andenstadt La Oroya leidet seit Jahren unter der hohen Luftverschmutzung, die von der veralteten Metallfabrik ausgeht. Trotz vieler Bürgerproteste hat sich die Firma Doe Run, die die Metallschmelze betreibt, bisher den staatlichen Umweltauflagen entzogen. Im Zuge der Finanzkrise hatte die US-amerikanische Firma Zahlungsunfähigkeit angemeldet und mit Entlassungen gedroht. Ein Konsortium privater Minenbesitzer hatte allerdings die Bürgschaft übernommen, damit der Betrieb in La Oroya weitergehen kann. Es wird vermutet, dass Doe Run seine vorherigen Gewinne bereits in die USA rückgeführt hat und die Wirtschaftskrise als Vorwand benutzt, um sich den umwelttechnischen Auflagen zu entziehen.

Paula Meza, eine Mitarbeiterin der Erzdiözese, äußert sich unmissverständlich dazu: »Es darf nicht angehen, dass in Peru weiterhin einige Reichtum scheffeln auf Kosten unserer Gesundheit und auf Kosten der Umwelt.«

Hinweis: Stets aktualisierte Meldungen zur Bergbauproblematik in Peru veröffentlicht Kampagne Bergbau Peru, im Internet unter: www.kampagne-bergwerk-peru.de