Bolivien |

Erwachsene auf die Schulbank

Am Mittwoch ist auch in Bolivien der vom UNESCO-Bildungswerk jährlich gefeierte »Internationale Tag der Alphabetisierung« begangen worden. 2008 wurde dem ärmsten Land des Kontinents die von der UNESCO vergebene Auszeichnung »Territorium ohne Analphabetismus verliehen. Nach offiziellen Angaben waren seit 2006, dem Beginn der von Kuba und Venezuela unterstützten Lese-und-Schreib-Kampagne »Sí, yo puedo!« (Ja ich kann es!), rund 820 000 Erwachsene, davon 75 Prozent Frauen, unterrichtet worden. Damit können heute 96 Prozent des 10-Millionen-Einwohnerlandes lesen und schreiben. Nach Kuba, Venezuela und Nicaragua ist Bolivien das vierte Land Lateinamerikas mit dem UNESCO-Titel.

Doch müssen die neuen Fähigkeiten auch angewendet werden. Dafür hat im Andenland jetzt ein Programm zur Post-Alphabetisierung begonnen. »Bis 2013 sollen alle Bolivianer auf den Wissenstand der 6. Klasse gebracht werden«, erklärte am Mittwoch Benito Ayma, Direktor des Weiterbildungsprogramms. Im März dieses Jahres hat im Bergarbeiter-Departamento Oruro bereits die erste Phase begonnen, an dem über 175 000 Personen teilnehmen. 2010 soll die Zahl eine viertel Million erreichen, so Ayma.

Auch in Peru wird gepaukt. Mehr als zwei Millionen Erwachsene holen das nach, was sie in der Kindheit nicht gelernt haben. Rund eine halbe Million hat sich zudem im peruanischen Programm für Weiterbildung eingeschrieben.

Ecuador, wo die Analphabetenrate bei rund 10 Prozent liegt, sagte zuletzt 14 Millionen US-Dollar für eine landeseigene Kampagne zu. (bb)