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"Erster groüer Sieg in acht Jahren Lula-Regierung"

Mit seiner Unterschrift unter Dekret 7.336 / 2010 hat Staatschef Luiz Inacio Lula da Silva der indigenen Bevölkerung Brasiliens neue Hoffnung auf eine bessere Zukunft gegeben. Ab sofort haben Brasiliens Indigene eine exklusiv für sie zuständige Gesundheitsbehörde, SESAI genannt. Diese löst die nationale Gesundheitsbehörde FUNASA ab, die das gesamte öffentliche Gesundheitssystem Brasiliens koordiniert und bisher auch für die Indios zuständig war.

„Erster großer Sieg“

Anfang August war die Einrichtung der SESAI vom Kongress beschlossen worden. Indigenen-Vertreter hatten den Entschluss damals begeistert begrüßt. "Man kann sagen, dass dies unser erster großer Sieg in den acht Jahren der Regierung Lula ist", sagte damals der Indigenen-Führer Anastacio Peralta vom Volk der Guarani Kaiowa. "Dies zeigt, dass wir niemals die Hoffnung aufgeben dürfen."

41 Todesfälle durch fehlende medizinische Betreuung

In der Vergangenheit hatten die Indigenen sich stets über die fehlende medizinische Vorsorge und Betreuung durch FUNASA beschwert. Alleine im Jahre 2009 hatte der Indianer-Missionsrat der katholischen Kirche, CIMI, 41 Todesfälle aufgelistet, die durch fehlende medizinische Betreuung hervorgerufen wurden. Dazu wurden zahlreiche Fälle von Unterernährung belegt; neun Kleinkinder seien durch Mangelernährung gestorben.

Größere Kontrolle

Zudem hatten die Indigenen stets kritisiert, dass sie keinerlei Einfluss auf die Arbeit der FUNASA gehabt hätten. Dies wird sich demnächst wohl ändern. “Die große Veränderung wird im Bereich der sozialen Kontrolle liegen,” sagte nun der Vize-Präsident des CIMI, Roberto Liebgott. “Mit der Einrichtung der SESAI wird es möglich sein, diese Kontrolle effektiv durchzuführen.” Allerdings dürften die Indigenen jetzt nicht nachlassen, sondern weiterhin die Arbeit der Gesundheitsbehörde kritisch begleiten.

In maximal 180 Tagen soll das neue Gesundheitssekretariat voll einsatzfähig sein. Die Behörde soll neben der medizinischen Betreuung der indigenen Völker auch für hygienische Maßnahmen wie die Einrichtung von Trink- und Abwasserleitungen verantwortlich sein. Der Übergangsprozess wird von der FUNASA und dem Gesundheitsministerium gemeinsam geleitet werden.

Autor: Thomas Milz