Kolumbien |

Erste Verhandlungserfolge zwischen Regierung und Indigenen

Kolumbianische Indigene spielen Musik in Guachicono, Region Cauca. Foto: Adveniat/Pohl
Kolumbianische Indigene spielen Musik in Guachicono, Region Cauca. Foto: Adveniat/Pohl

Zwei Wochen nach Beginn der Proteste zahlreicher indigener Gemeinden und Kleinbauern in insgesamt 26 Provinzen Kolumbiens konnten am vergangenen Wochenende erste Verhandlungserfolge verzeichnet werden. Die Regierung hat am Sonntag, 05. November 2017, dem Indigenen Lokalrat der Cauca Region (CRIC) mehrere Gesprächsrunden zu unterschiedlichen Themen zugesagt. Daraufhin erklärte der CRIC sich bereit, die Straßenblockade der Panamericana aufzuheben.

Rund 100.000 Indigene waren Anfang letzter Woche unter dem Motto : „Minga por la Vida“ zu einem Protestmarsch aufgebrochen. Sie fordern von der Regierung die konsequente Umsetzung der so genannten ethnischen Garantien, die Teil des Friedensabkommens mit der FARC im Oktober 2016 gewesen sind. Diese sollten den Schutz der indigenen Gemeinden in ehemaligen FARC-Gebieten garantieren. Der neuste Bericht der Nationalen Indigenen Organisation verdeutlicht, dass solche Maßnahmen kaum oder gar nicht implementiert worden sind. Allein zwischen November 2016 und Juli 2017 wurden 30 Indigene umgebracht, sechs gelten als vermisst, 115 wurden bedroht und knapp 4.000 sind immer noch auf der Flucht. Auch die Zahl der Morde an sozialen Aktivisten ist in den letzten Monaten sprunghaft angestiegen.

Ausschreitungen während der Proteste

Während der letzten Wochen ist es im Zuge der Proteste in unterschiedlichen Teilen des Landes wiederholt zu Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und den Demonstranten gekommen. Mehrfach berichteten Teilnehmer von außergewöhnlicher Gewalt gegen sie. Auch die Vereinten Nationen, die die Implementierung des Friedensabkommens begleiten, riefen zur Besonnenheit seitens der Regierung auf. Zwischenzeitlich hatte eine indigene Gruppe 17 Polizisten in ihre Gewalt genommen, dieser aber Ende letzter Woche wieder freigelassen. Bisher wurden während der Proteste 37 Menschen verletzt.

Innenminister Guillermo Rivera hatte am Samstag, 04. November 2017, das Entsenden einer Kommission zu Verhandlungen bekannt gegeben. In der Abschlusserklärung der ersten Sondierungsgespräche bitten beide Seiten um den Verzicht auf Gewalt und ein friedliches Klima für die anstehenden Gespräche. (aj)

Weitere Nachrichten zu: Politik, Indigene