Chile, Peru |

Erste binationale Zivilschutzübung für Erdbeben

Bei einer gemeinsamen Zivilschutzübung probten gestern mehr als 150.000 Einwohner in Nordchile und im Süden von Peru das richtige Verhalten während eines Erdbebens. Es ist die erste binationale Simulation. Sie wurde als Teil einer strategischen Allianz für das Management und die Prävention von Katastrophen abgehalten. Ziel dieser Allianz ist eine Zusammenarbeit in der Nothilfe bei Naturkatastrophen und anderen Ernstfällen im Grenzgebiet zwischen den beiden Ländern.

Bewusstsein für den Ernstfall schaffen

Simuliert wurde laut der peruanischen Tageszeitung „La República“ am Vormittag um 9.07 Uhr Ortszeit ein Beben der Stärke neun auf der Richterskala am Vormittag, mit anschließendem Tsunami. Das Epizentrum des vorgeblichen Erdbebens lag 85 Kilometer südwestlich der chilenischen Stadt Arica, berichtet die Nachrichtenagentur TeleSur.

Sowohl die peruanischen als auch die chilenischen Verantwortlichen der Zivilschutzübung zeigten sich sehr zufrieden. "Mit großer Zufriedenheit haben wir gesehen, wie die Bevölkerung unserer Region eine Kultur der Prävention entwickelt“, erklärte der Regionalintendant von Arica und Parinacota, José Durana. „Die Simulation ist beeindruckend“, unterstrich auch Gustav Otorola vom peruanischen Zivilschutzamt (INDECI), und gratulierte der Bevölkerung. „Es geht darum, in der Bevölkerung ein Bewusstsein zu schaffen, denn jeden Moment kann uns ein Beben oder ein Tsunami dieser Stärke ereilen“, so der peruanische Funktionär.

Alarm zu spät ausgelöst

Die Simulation begann allerdings laut lokalen Presseberichten mit einer Panne: Sowohl in Tacna wie auch in Arica kam der Alarm zu spät. In Tacna brach die Radiofrequenz zusammen, so dass der Alarm über ein Satellitentelefon geleitet werden musste. Dies hatte zur Folge, dass nicht um 9.07 Uhr, sondern erst um 9.18 Uhr die Alarm auslösten. Auch in Arica hätten die Sirenen zu verschiedenen Zeiten Alarm ausgelöst. Zudem seien Teile der chilenischen Bevölkerung wieder in ihre Häuser zurückgekehrt, ehe Entwarnung gegeben worden sei, berichtet „La República“.

Laut der Online-Ausgabe von „El Comercio“ hätten die chilenischen und die peruanischen Behörden auch kurz den Kontakt zueinander verloren. "Solche Dinge passieren und müssen bei weiteren Simulationen behoben werden“, zitiert La República den Chef der INDECI, Alfredo Murgueytio.

In Chile nahmen rund 75.000 Einwohner der Orte Arica, Vitor, Bajos de Lluta, Caleta, Putre und General Lagos an der Übung teil. In Peru probten in Tacna, Ilo und Boca de Río rund 80.000 Menschen den Ernstfall. In Arica wurden während der Zivilschutzübung leichte Erdstöße von 3,7 auf der Richterskala registriert. (bh)

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