Kolumbien |

Erste Angriffe der FARC nach Waffenstillstand

Nach Angaben der kolumbianischen Behörden haben die Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia (FARC) ihre ersten Angriffe nach dem Ende des einseitigen Waffenstillstands am 20. Januar durchgeführt. Die Rebellen sollen zwei ölpipelines im Süden des Landes gesprengt haben. Die erste Sprengung erfolgte am 20. Januar in der Provinz Putumayo nahe der ecuadorianischen Grenze. Die betroffene Transandino Pipeline befördert täglich 48.000 Barrel öl. Später am selben Tag zerstörte die FARC angeblich vier Teile kleinerer Pipelines, die in der Trabsandino Pipeline münden. Weiterhin warfen, laut Militärinformationen, nördliche Einheiten der Guerilla eine Bombe auf die Schienen der Kohlefirma Cerrejón in La Guajira.

Die FARC hatte zu Beginn der zweiten Runde der Friedensverhandlungen mit der kolumbianischen Regierung Mitte November 2012 einen zweimonatigen Waffenstillstand angekündigt. Das führende Guerillamitglied Ivan Marquez verkündete, dass er diese Maßnahme als notwendig betrachte, um die richtige Atmosphäre für Friedensgespräche zu schaffen. Der Präsident des südamerikanischen Landes, Juan Manuel Santos, hatte schon zu jenem Zeitpunkt verdeutlicht, dass die Regierung ihre Angriffe auf die FARC erst dann einstelle, wenn ein Friedensabkommen unterzeichnet ist. Für eine Verlängerung der Waffenruhe über den 20. Januar hinaus, forderte die FARC ein beidseitiges Einstellen der Angriffe. Die Regierung lehnte dies ab.

Die maoistische Guerilla und die kolumbianische Regierung befinden sich derzeit in der zweiten Runde, der im Oktober begonnenen Friedensgespräche. Diese bieten die Chance, einen mehr als 50 Jahre andauernden bewaffneten Konflikt zu beenden. Zwei vorige Versuche, Frieden zu schließen, scheiterten. (aj)