Honduras |

Erneut drei Bauern in Bajo Aguan ermordet

Laut Angaben von FIAN-Honduras wurden am 5. Juni in Bajo Aguan (Department Colon) drei Bauern von bewaffneten Sicherheitskräften des Großgrundbesitzers Miguel Facussé erschossen. José Recinos Aguilar, Joel Santamaría und Genaro Cuesta waren Mitglieder in der Kooperative San Esteban und in der Bewegung zur Wiedererlangung von Land (MARCA) aktiv. Sie sollen in der Nähe der Kooperative erschossen worden sein, als sie mit einem Auto unterwegs waren. Die genauen Tatumstände seien unbekannt, Militär, Polizei und Sicherheitskräfte hätten das Gebiet abgeriegelt, so FIAN.

Kleinbäuerin schwer verletzt

Nach dem Mord an den Bauern hätten die Paramilitärs das Agrarinstitut INA betreten und auf Kleinbauern geschossen, die dort seit dem Winter vergangenen Jahres Zuflucht suchen. Bei dem Angriff wurden drei Sicherheitskräfte und zwei Bauern verletzt, die Kleinbäuerin Doris Pérez Vásquez erlitt schwerste Verletzungen am Bauch und musste in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

Bei einem seit Jahren schwelenden Landkonflikt zwischen dem Großgrundbesitzer Miguel Facussé und Angehörigen der Bauernorganisation von Aguan sind bereits mehrere Bauern ums Leben gekommen. Es geht dabei um Land, dass den Kleinbauern zwar im Zuge der Agrarreform zugewiesen wurden, allerdings wurde die Titulierung nicht abgeschlossen. Facussé habe das Land in den neunziger Jahren illegal von der Bezirksregierung erworben, so der zivile Rat von indigenen und lokalen Basisorganisationen COPINH.

„Alle fürchten um ihr Leben“

Laut FIAN sei die Repression gegen die Kleinbauernbewegung noch nie so stark gewesen wie jetzt. „Es gibt kein Vertrauen in die Behörden und alle fürchten um ihr Leben“, schlussfolgert FIAN nach Gesprächen mit unterschiedlichen Akteuren über die gewaltsamen Vorfälle in der Region. Mit Blick auf die vor kurzem erfolgte Widereingliederung von Honduras in die Organisation Amerikanischer Staaten OAS kritisiert die nach dem Putsch gegen Zelaya entstandene Widerstandsbewegung FNRP: Die Regierung „hat Respekt vor dem Leben und die Einhaltung der Menschenrechte versprochen. Nicht einmal 24 Stunden nach Anerkennung durch die lateinamerikanische Gemeinschaft ist sie nicht in der Lage, den Mord an Kleinbauern zu verhindern." (bh)

Quelle: Adital