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Erkrankungen an Dengue nehmen zu

Vor 21 Jahren, im Februar und März 1990, wurde das Amazonasgebiet Perus vom Dengue-Fieber heimgesucht. Die hier bis dahin unbekannte Epidemie verlief gutartig und forderte keine Todesopfer.

Seinerzeit warnten Experten, das Dengue-Fieber könne sich in allen tropischen und subtropischen Gegenden Perus, unabhängig von der jeweiligen Höhenlage, ausbreiten. Daher sei es wichtig, der Krankheit vorzubeugen und Kontrollen vorzunehmen. Es bestand zudem die Gefahr, dass Formen des Fiebers auftreten könnten, die den Tod nach sich ziehen. Glücklicherweise konnte das peruanische Gesundheitsministerium internationale Experten, darunter kubanische, zu Rate ziehen. Hierzu muss man wissen, dass viele Jahre zuvor – 1977 – Kuba eine Dengue-Epidemie durchgemacht hatte und das Land in Lateinamerika war, das über die meiste Erfahrung mit der Krankheit verfügte. 500.000 Kubaner waren seinerzeit betroffen, 1981 folgte eine weitere, schwerwiegendere Epidemie, die 158 Todesopfer forderte. Zwei Drittel von ihnen waren Kinder.

Hauptstadt Lima lange verschont

Das Dengue-Fieber ist in allen tropischen und subtropischen Gegenden der Welt anzutreffen. In über 100 Länder ist die Krankheit bislang aufgetreten, potenziell sind fast 2 Milliarden Menschen gefährdet. Jahr für Jahr gibt es Millionen von Dengue-Fällen, teilweise sind Zehntausende von Toten zu beklagen. Die Krankheit ist seit über 200 Jahren bekannt, der Virus konnte allerdings erst 1944 in Indien und auf Hawaii isoliert werden.

In den ´80er Jahren des 20. Jahrhunderts befiel das Dengue-Fieber infolge mangelnder öffentlicher gesundheitlicher Vorkehrungen tropische und subtropische Gegenden Mittel- und Südamerikas. Betroffen waren zum Beispiel Ecuador, Kolumbien und Brasilien. In Peru traten die ersten Fälle vergleichsweise spät, erst 1990, auf. Die Epidemie breitete sich in der Folge in den Norden des Landes aus. Der Höhepunkt wurde 2001 erreicht, als über 23.000 Menschen von einer Dengue-Epidemie erfasst wurden. Lange Zeit verschont, hat die Krankheit inzwischen auch in der Hauptstadt Lima Einzug gehalten. Im vergangenen Jahr traten im März und April Hunderte von Fällen auf.

Bevölkerungsdichte beschleunigt Ausbreitung

Die Ausbreitung des Dengue-Fiebers wird von vielen Faktoren begünstigt, darunter vor allem die marode Wasserversorgung und die mangelhafte Müllentsorgung. Aber auch die städtische Überbevölkerung bietet der Krankheit einen idealen Nährboden. Es ist zu befürchten, dass künftig eine bislang unbekannte Größenordnung an Fällen erreicht wird, und außerdem die schwerste, potenziell tödliche Form der Krankheit vermehrt auftritt. Die weltweite Zunahme von Dengue ist sicher nicht von Armut und unzureichender Gesundheitsversorgung zu trennen.

Autor: James Gutiérrez Tudela, Internist und Infektiologe, deutsche Bearbeitung: Bernd Stößel, Quelle: adital