Argentinien |

Erdwärmeprojekt in Gletschernähe abgewehrt

In Argentinien haben die Einwohner einer 2.000-Seelen-Gemeinde in der westlichen Provinz Neuquén Verfassungsbeschwerde gegen den Bau einer Erdwärmeanlage in Gletschernähe eingereicht und Recht bekommen.

Wie Paula Kubli, Mitglied der Versammlung der Nachbarn von Caviahue, berichtete, sollte die Anlage am Ufer des Las-Mellizas-Sees zwischen Copahue und Caviahue entstehen. Das Gewässer wird von den nahe liegenden Gletschern gespeist und ist die einzige Trinkwasserbezugsquelle der lokalen Bevölkerung.

Der Verfassungsbeschwerde wurde stattgegeben, weil offenbar nicht gewährleistet werden kann, dass die Wasserqualität durch die Anlage nicht in Mitleidenschaft gezogen wird. Die zuständigen Richter beriefen sich auf das Gletscherschutzgesetz vom letzten Jahr, das erhebliche Einschränkungen für industrielle Aktivitäten in Gletschernähe vorsieht. Damit sollen die in den Gletschern lagernden riesigen Süßwasserreserven erhalten werden.

Argentinien und Chile besitzen die größten Gletscher Südamerikas, deren Fortbestand durch den Klimawandel und die Industrie stark gefährdet wird. Eine besondere Bedrohung für die Süßwasserspeicher ist der Bergbau, der in den vergangenen 20 Jahren rapide zugenommen hat. Allein in der nordwestargentinischen Provinz San Juan hat die Förderung von Bodenschätzen nach offiziellen Angaben zwischen 2003 und 2010 um 950 Prozent zugenommen. Die Exporte haben sich in dem Zeitraum mehr vervierzigfacht.

Quelle: IPS-Weltblick