Mexiko |

Entführte Bürgermeisterin tot aufgefunden

Die am vergangenen Sonntagabend entführte Bürgermeisterin der Gemeinde Tlacojalpan (Bundesstaat Veracruz) ist gestern tot aufgefunden worden.

Marisol Mora Cuevas war am 24. Juni bei einem bewaffneten Überfall von mehreren Vermummten aus ihrem Haus heraus entführt worden und galt seither als vermisst. Zuvor hatte Mora, die Mitglied der Partei der Nationalen Aktion PAN ist, dem Abschluss der Wahlkampagne PAN-Kandidatin für das Präsidentenamt, Josefina Vázquez Mota, in Coatzacoalcos beigewohnt. Am kommenden Sonntag wird in Mexiko ein neuer Präsident gewählt.

Die Leiche von Mora wurde an einer Landstraße im südöstlich von Veracruz gelegenen Bundesstaat Oaxaca in der Gemeinde Loma Bonita gefunden, berichten lokale Medien unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft. Ihr Körper sei an Händen und Füßen gefesselt gewesen, die sterblichen Überreste hätten Folterspuren aufgewiesen. Da die Leiche bereits Spuren von Verwesung zeigte, vermuten die Behörden, dass Mora bereits vor mehreren Tagen ermordet worden ist.

Familie zahlte 2 Mio. Peso

Die PAN-Mitglieder hätten mit großer Betroffenheit auf die Todesnachricht reagiert, berichtet die Nachrichtenagentur TeleSur. Die Familie der Toten habe 2 Mio. Peso (umgerechnet fast 117.000 €) für die Rettung der entführten Bürgermeisterin gezahlt.

Nach Angaben des Generalstaatsanwalts des Bundesstaats Oaxaca, Manuel de Jesús López, werde das Verbrechen von den Behörden in Oaxaca und Veracruz gemeinsam untersucht.

Am 13. November 2010 wurde der ebenfalls der Partei PAN angehörende ordentlich gewählte Bürgermeister von Rodríguez Clara, Gregorio Barradas entführt und umgebracht. Seine Leiche wurde Stunden später ebenfalls in Loma Bonita gefunden. Mit dem Mord an Mora ist die Zahl der seit 2010 insgesamt ermordeten Bürgermeister auf 21 angestiegen. Die Mehrzahl dieser Fälle wird dem organisierten Verbrechen zugerechnet. (bh)