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Energiewende in Lateinamerika schreitet nur langsam voran

Symbolbild: Wasserkraftwerk in Tucurui/Parà,  Brasilien. Foto: Jürgen Escher/ Adveniat 

Der Klimaschutz lateinamerikanischer Staaten ist weiterhin zu schwach, um genügend zur Erreichung des Pariser Klimaabkommens beizutragen. Zahlen der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Lateinamerika und die Karibik (CEPAL) zufolge müssen die Länder ihre Stromversorgung im Jahr 2030 zu 55 Prozent auf Erneuerbare Energien umstellen, damit das Zwei-Grad-Ziel aus dem Pariser Abkommen eingehalten werden kann, berichtet die Tageszeitung "La Estrella" aus Panama am Mittwoch, 12. Februar 2020.

Für das globale Klimaziel, die Erderwärmung gegenüber der vorindustriellen Zeit bis Ende des Jahrhunderts auf eineinhalb Grad zu begrenzen, müssten die Volkswirtschaften vom Mexiko bis Feuerland in zehn Jahren sogar 67 Prozent des Stroms aus Wind, Sonne und Wasserkraft gewinnen. Bisher liegt der Anteil erneuerbarer Energien jedoch erst bei 24 Prozent, zitiert das Blatt die CEPAL-Forscher. 

Lateinamerika und die Karibik sind zwar nur für 8,3 Prozent des weltweiten Ausstoßes des klimaschädlichen CO2 verantwortlich. Die Folgen für Mensch und Umwelt durch die Klimakrise sind laut der Weltbank jedoch „zerstörerisch“. Das Amazonasbecken und bevölkerungsreiche Siedlungsgebiete stünden vor extremen Dürren. Bis Ende des Jahrhunderts gilt es als wahrscheinlich, dass alle Andengletscher verschwinden und Hurrikane der Stärke vier bis fünf zunehmen. Der ansteigende Meeresspiegel träfe besonders die Karibikländer. Aber auch südamerikanische Küstenstädte wie Rio de Janeiro und Barranquilla müssten sich auf einen Anstieg um 1,4 Meter vorbereiten.  (bb)

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