Kolumbien |

ELN lässt deutsche Geiseln frei

Die beiden deutschen Rentner, die die Nationale Befreiungsarmee ELN im vergangenen November gefangen genommen hatte, sollen im Laufe des heutigen Tages freigelassen werden. Dies gab der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos am Donnerstag in Norte de Santander nahe der venezolanischen Grenze bekannt. Die beiden Geiseln werden an eine Delegation des Internationalen Roten Kreuzes übergeben.

Die Brüder Uwe und Günther Breuer befanden sich im letzten Jahr auf einer Weltreise, als sie den Rebellen der ELN in die Hände fielen. Diese hielten die beiden Rentner aus Bayern für deutsche Spione. Die Guerilla forderte die deutsche Regierung dazu auf, zu beweisen, dass die 69 und 72-Jährigen, nicht im Staatsdienst unterwegs seien. Um den Prozess der Übergabe zu beschleunigen, hat sich das kolumbianische Militär dazu bereits erklärt, für einige Zeit die Aktivitäten in der entsprechenden Region einzustellen.

Die ELN ist nach den Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia (FARC) die zweitgrößte Guerilla Kolumbiens. Ihre Mitgliederzahl wird auf 2.500 Kämpfer geschätzt. Die ELN wurde in den 1960er Jahren von Anhängern Che Guevaras gegründet, um das kolumbianische System im Sinne der kubanischen Revolution umzugestalten. Später stießen einige Befreiungstheologen zu der Organisation, der bekannteste unter ihnen war Camilo Tores. Wie auch die FARC finanziert sich die linksgerichtete Guerilla heute weitestgehend durch den Drogenhandel. (aj)