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Elena Poniatowska gewinnt Cervantes Preis

Die mexikanische Schriftstellerin Elena Poniatowska wird mit dem diesjährigen Cervantes Preis ausgezeichnet. Dies gab der spanische Kultusminister José Ignacio Wert am Dienstag, 19. November, in Madrid bekannt. Die Jury begründete ihre Entscheidung damit, dass Poniatowska eine der kräftigsten Stimmen der spanischsprachigen Literatur sei. Sie erhalte den Preis für eine brillante literarische Karriere und ihre Widmung für einen ausgezeichneten Journalismus, so Wert. Die Autorin habe sich überaus dankbar für die Auszeichnung gezeigt, berichtete er weiter.

Elena Poniatowska ist als Tochter eines französischen Vaters und einer mexikanischen Mutter 1932 in Paris geboren. Sie kam mit neun Jahren mit ihren Eltern nach Mexiko, um dem Zweiten Weltkrieg zu entkommen. Ihre Karriere begann die heute 81-jährige Autorin im Jahr 1953 bei der Tageszeitung Excelsior. Schon damals lagen ihr besonders soziale und politische Themen am Herzen. Sie engagiert sich bis heute vor allem für sozial Benachteiligte. Berühmtheit erlangte die Schriftstellerin mit ihrem 1970 veröffentlichten Werk „Die Nacht von Tlatelolco“. Es behandelt das von mexikanischen Sicherheitskräften verübte Massaker an Studenten, die im Jahr 1968 protestierten. Damals kamen mindestens 200 Menschen ums Leben.

Der Cervantes Preis gilt als die wichtigste Auszeichnung der spanischsprachigen Literatur und ist mit 125.000 Euro dotiert. Nach María Zambrano, Ana Maria Matute und Kubas Dulce Maria Loynaz ist Elena Poniatowska erst die vierte Frau, die die Auszeichnung seit ihrem 38-jährigen Bestehen verliehen bekommt. Sie wird den Preis im April kommenden Jahres in einer feierlichen Zeremonie entgegen nehmen. (aj)