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Einige Dissidenten wollen nicht ausreisen

Havanna/Madrid. Die angekündigte Freilassung von insgesamt 52 politischen Gefangenen auf Kuba und ihre Ausreise nach Spanien stößt offenbar auf Widerstand bei einigen Betroffenen. Wie die Tageszeitung "El Nuevo Heraldo" am Mittwoch auf ihrer Internetseite berichtet, wollen einige Dissidenten die Insel nicht verlassen. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) bezifferte die Zahl der Verweigerer auf mindestens sieben.

Unterdessen kamen am gleichen Tag zwei weitere freigelassene Häftlinge in Spanien an. Am Vortag waren die ersten sieben Dissidenten dort aufgenommen worden. Sie kündigten an, weiter für Demokratie in ihrer Heimat kämpfen zu wollen. Der Kirche Kubas dankten sie für deren Vermittlung mit der Regierung.

Kuba hatte vergangene Woche nach Gesprächen mit dem spanischen Außenminister Miguel Angel Moratinos und Havannas Kardinal Jaime Ortega Alamino die Freilassung von 52 politischen Häftlingen zugesagt. Die Kirche Kubas hatte bereits ab Mai mit der kubanischen Regierung über die Frage der politischen Häftlinge gesprochen.

Die IGFM warf der kubanischen Regierung am Mittwoch vor, mit der erzwungenen Ausreise der Dissidenten unbequeme Regimekritiker zum Schweigen bringen zu wollen: "Die Castro-Regierung deportiert die aus ihrer Sicht einflussreichsten politischen Gegner. Nachdem man sie unter konstruierten Anschuldigungen eingesperrt hat, versucht man sie nun im fernen Spanien unschädlich zu machen."

Quelle: kna