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Ein Drittel der Bevölkerung in Buenos Aires lebt in Armut

Rund 35 Prozent der 12,8 Millionen Menschen in der argentinischen Metropolregion Buenos Aires leben in Armut. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die die Caritas Argentinien und die katholische Universität von Buenos Aires (UCA) in der argentinischen Hauptstadt vorstellte. Die Zahlen der Universität sind damit mehr als doppelt so hoch, wie die des Nationalen Statistikinstituts. Dieses gab für den Stadtkern sowie 30 angrenzenden Gemeinden eine Armutsquote von gut 15 Prozent an. Grund dafür sei, dass die UCA für die Grundbedürfnisse einer Familie ein anderes Einkommen veranschlagte.

Das Nationale Statistikinstitut definiert jene Haushalte als arm, die monatlich unter 1250 Pesos (292 US-Dollar) zur Verfügung haben. Die UCA setzt die Armutsgrenze weitaus höher an. Für sie sind Menschen, die mit weniger als 2150 Pesos (502 US-Dollar) leben müssen, arm. Dies sei das absolute Minimum für eine Familie, so die Universität. Der Bericht der UCA beruht auf der Befragung von 1.277 Haushalten.

Wie die Tageszeitung "La Nacion" weiter berichtete, gehen rund 51 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung der Region nur einer unregelmäßigen Beschäftigung nach. Gut ein Viertel lebt in ständiger Sorge, den Arbeitsplatz zu verlieren. Knapp elf Prozent der Bewohner von Buenos Aires leben in Slums. Sie haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und sozialen Dienstleistungen, heißt es in dem Bericht. Rund 13 Prozent der Menschen leiden an Hunger oder sind nicht in der Lage, regelmäßig Essen zu kaufen. Zehn Prozent der Kinder und Jugendlichen im Alter von fünf bis 17 Jahren gehen einer Arbeit nach, um das Überleben ihrer Familie zu sichern.

„Wir möchten keine Debatte darüber beginnen, ob es weniger oder mehr Arme gibt. Wir wollen den Betroffenen helfen und unsere Forschung soll der Regierung dazu dienen, ihre Armutspolitik anpassen zu können“, sagte Augustín Salvia von der Beobachtungsstelle für Soziales bei der Präsentation der Studie. (aj)

Zusätzliche Quelle: KNA