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Drei Generäle der mexikanischen Streitkräfte verhaftet

In Mexiko ist offenbar ein Grossreinemachen der Streitkräfte im Gange. In den vergangenen Tagen wurden vier ranghohe Offiziere unter dem Verdacht der Verwicklung in den Drogenhandel festgenommen, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Darunter ein ehemaliger Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Tomás Angeles Dauahara sowie zwei weitere Generäle, die in den Bundesstaaten Colima und Morelos stationiert waren – beides Drogenumschlagplätze. Beim vierten handelt es sich um einen Oberstleutnant. Sie kommen vorübergehend für 40 Tage in Untersuchungshaft unter dem Vorwurf des Organisierten Verbrechens.

Alle drei gehören dem Heer an und wurden aufgrund der Aussagen eines Kronzeugen und eines festgenommenen Untergebenen inhaftiert. Diese haben der Staatsanwaltschaft offenbar Beweise übergeben, wonach die Generäle Schmiergelder von Drogenkartellen angenommen haben. Einer der Geldgeber soll Edgar Valdés Villarreal alias „Barbie“ sein, der vor zwei Jahren festgenommen wurde und möglicherweise ebenfalls im Gegenzug für Strafmilderung geplaudert hat. Das Verteidigungsministerium erklärte, keine Gesetzesüberschreitungen ihrer Elemente zu dulden, egal wie hoch in der Hierarchie sie stünden oder ob sie aktiv oder im Ruhestand seien.

Angeles war zu Beginn des Drogenkriegs zwischen 2006 und 2008 Staatssekretär im Verteidigungsministerium, wurde dann aber wegen Rivalitäten mit seinem Vorgesetzten abgelöst. Ricardo Escorcia kommandierte die Einheit in Morelos und soll nach Angaben der US-Anti-Drogeneinheit DEA einem Drogenflugzeug von Beltrán Leyva die Landung in Morelos erlaubt und die Entsendung von Soldaten so lange herausgezögert haben, bis die Ladung abtransportiert war. Die DEA arbeitet nun mehr mit der Marine zusammen, die als verlässlicher gilt. Die Ehefrauen der Festgenommenen warfen den Behörden vor, Verbrechern mehr Glauben zu schenken als denjenigen, die ihr Leben liessen, um sie zu bekämpfen. Das Land zerfalle völlig und werde nur noch durch die Armee zusammengehalten.

Es wäre nicht das erste Mal, das Generäle mit den Drogenkartellen paktieren. Der berühmteste Fall war wohl der Anti-Drogen-Zar Jesús Gutiérrez Rebollo, der 1997 festgenommen und wegen Zusammenarbeit mit dem Juarez-Kartell zu 31 Jahren Haft verurteilt wurde. Untergebene haben in vertraulichen Gesprächen mit dieser Zeitung immer wieder Misstrauen gegenüber ihren Vorgesetzten deutlich gemacht. Dennoch wäre dies ein herber Schlag für Präsident Felipe Calderón, dessen Strategie gegen die Kartelle im wesentlichen auf dem Einsatz der Streitkräfte beruht. Die Polizei gilt als völlig infiltriert und wird deshalb kaum in Anti-Drogen-Operationen eingesetzt. Mancherorts fordert die Bevölkerung sogar händeringend den Einsatz der Streitkräfte gegen die Übergriffe der Kriminellen.

Text: Sandra Weiss, Puebla.