Guatemala |

Drastische Zunahme von Gewalt

Mit einer „Protestdemonstration gegen Gewalt und Straffreiheit“ sollen Politiker am morgigen 5. November dazu aufgefordert werden, Maßnahmen gegen die enorm zunehmende Gewalt in Guatemala zu ergreifen. Zu der Demonstration, die von der Stadtverwaltung der guatemaltekischen Hauptstadt zum Parlament führen wird, hatte die "Landesweite Vereinigung zum Erhalt der öffentlichen Einrichtungen und der natürlichen Ressourcen" aufgerufen.

Außerdem fordern die Organisatoren vom Parlament, dass umgehend ein Treffen mit der Internationalen Kommission gegen Straffreiheit (CICIG) anberaumt wird, um unzählige, bisher straffreie Fälle von Repression gegen Führer von Organisationen und Initiativen der Zivilgesellschaft zur Anzeige bringen zu können.

Mord werden immer brutaler

Nach Angaben der Organisatoren ist die Zahl der Morde derzeit in Guatemala so hoch wie zu den schlimmsten Zeiten des Bürgerkrieges. Die Organisation „Gruppe der gegenseitigen Hilfe“ GAM hat einen Bericht herausgegeben, demzufolge auch die Brutalität der Tötungsdelikte größer ist als in den Jahren zuvor.

Allein die Zahl der Opfer von sexualisierter Gewalt gegen Frauen (Feminizide) und Lynchmorden erreichte im September eine Rekordzahl von 332 Toten, so die Studie. Dabei wird die Mehrzahl der Morde in der Hauptstadt Guatemala-Stadt begangen.

Mafia setzt Abgeordnete unter Druck

Die Korruption von staatlichen Angestellten sei eine wesentliche Ursache dafür, dass das organisierte Verbrechen den öffentlichen Behörden das Handeln diktiere. Straflosigkeit und eine Zunahme der Gewalt seien die Folge davon, kritisieren Nichtregierungsorganisationen.
Die Zeitung guatemaltekische Prensa Libre berichtete am 1. November, dass auf die Legislative starker Druck von Seiten einiger Abgeordneter, Unternehmer und Behördenvertreter ausgeübt werde, die mit der Mafia zusammenarbeiten. Diese hätten ein starkes Interesse daran, dass die Verwicklungen mit dem organisierten Verbrechen nicht zerstört würden, heißt es in dem Blatt. (bh)

Quelle: Adital