Bolivien, USA |

Diplomatie beendet Eiszeit

Die Eiszeit zwischen Washington und La Paz ist vorerst beendet. Am Montagabend haben Boliviens Vizeminister für Außenangelegenheiten Juan Carlos Alurralde und US-Staatssekretärin für Demokratie und globale Angelegenheiten einen bilateralen Kooperationsvertrag unterzeichnet. Das Abkommen regelt »wichtige Bereiche der künftigen Zusammenarbeit«, so das auf der Homepage des US-Außenministeriums veröffentlichte Papier.

Der Unterschrift unter das Abkommen waren zwei Jahre intensiver Verhandlungen vorausgegangen. »Das heute unterzeichnete Abkommen ist ein bilateraler Vertrag, der Themen des politischen Dialoges, gegenseitiger Verantwortung im Kampf gegen den Drogenhandel sowie Handlungsfelder wie Zusammenarbeit, Handel und Investitionen einbezieht«, hob Alurralde in einem Interview mit dem Radiosender Patria Nueva hervor.

Das Verhältnis beider Staaten ist damit auf ein völlig neues Fundament gestellt. Ein Abkommen aus dem Jahr 1951 sah lediglich technische Zusammenarbeit vor. Für Bolivien stehen Handelsinteressen im Vordergrund. Der Handel mit dem Norden sei »unverzichtbar«, erklärte Eugenio Rojas von der Regierungspartei »Bewegung zum Sozialismus« (MAS) gegenüber lokalen Medien.

Betont wird die gegenseitige Nichteinmischung in innere Angelegenheiten und das Recht beider Staaten auf freie Wahl des politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Systems. Die diplomatischen Beziehungen zwischen den USA und Bolivien waren seit 2008 gestört. Boliviens Präsident Evo Morales hatte US-Botschafter Phillip Goldberg Einmischung in innere Angelegenheiten vorgeworfen und ihn des Landes verwiesen. Danach hatte auch Washington den bolivianischen Vertreter vor die Tür gesetzt. (bb)

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