Brasilien |

Diesel aus Soja führt zu Genmutationen

Biodiesel aus Soja gilt als die ökologisch und gesundheitlich bessere Alternative zu Diesel aus fossilen Kraftstoffen. Doch Wissenschaftler am Biowissenschaftlichen Institut der Staatlichen Universität von São Paulo haben nun herausgefunden, dass der Kontakt mit Sojadiesel Genmutationen auslösen kann.

Daniela Morais Leme konnte bei Tier- und Pflanzenversuchen mit herkömmlichem und mit Sojadiesel sowie einer Mischung aus beiden beobachten, wie die fossilen Treibstoffe Zellen angriffen, Sojadiesel hingegen Genmutationen Vorschub leistete. "Wir haben mit Zwiebeln, Salmonellenbakterien und den Eizellen von Labormäusen experimentiert und in allen Fällen eine Mutationsform festgestellt", bestätigte sie. Die Versuche dienten dem Ziel, die ökologischen Folgen zu ermitteln, die der Austritt von Sojadiesel in die Natur verursachen würde.

In Brasilien wird Biodiesel zu 80 Prozent aus Soja gewonnen und dem herkömmlichen Biotreibstoff für Fahrzeuge in einem Mischverhältnis von fünf zu 100 beigemischt. Aufgrund der hohen Produktionskapazitäten vermuten Insider, dass ein Anteil von Bio- an normalem Diesel von acht Prozent angestrebt wird.

Großinvestitionen in den Bereich legen nahe, dass brasilianisches Biodiesel auch bald für den Weltmarkt bestimmt sein könnte. So wollen die beiden US-amerikanischen Agrarkonzerne Archer Daniels Midland (ADM) und Cargill ihre Biodieselproduktion in Brasilien ausweiten. ADM kündigte eine weitere Biodieselanlage im Bundesstaat Santa Catarina mit einer Jahreskapazität von 164.000 Tonnen an. Cargill hat vor, 200.000 Tonnen Biodiesel im Bundesstaat Mato Grosso do Sul zu produzieren. (IPS)