Argentinien |

Der Fall Maldonado ein Jahr später

"Lebend soll er wieder auftauchen. Sofort!" steht an dieser Mauer in Buenos Aires geschrieben. Foto: Adveniat/Zienc
"Lebend soll er wieder auftauchen. Sofort!" steht an dieser Mauer in Buenos Aires geschrieben. Foto: Adveniat/Zienc

Am 17. Oktober 2018 wurde die Leiche des Argentiniers Sebastian Maldonado in einem Fluss im Süden des Landes gefunden. Drei Monate lang war der junge Aktivist nach einer Demonstration nach ungeklärten Umständen verschwunden, bevor man ihn tot auffand. Bis heute ist nicht genau geklärt, wie Maldonado ums Leben kam. Anlässlich seines ersten Todestages organisierte seine Familie einen Gedenkgottesdienst in der Kirche Nuestra Señora del Rosario in Buenos Aires.

Für die Angehörigen Maldonados ist das nicht nur ein Tag des Andenkens, sondern auch ein Tag um zu kritisieren und Forderungen zu stellen. Sie werfen den argentinischen Behörden vor, die Ermittlungen nicht voranzutreiben und zweifeln darüber hinaus, die Ergebnisse der Untersuchungen an. „Die große Familie der Justiz verfolgt die Investigation ohne die Maßnahmen zu ergreifen oder die Nachforschungen anzustellen, die wir uns wünschen. Je mehr Zeit vergeht, desto weiter entfernen wir uns von der Wahrheit“, sagte Sebastians Bruder Sergio Maldonado gegenüber der Zeitung Página 12.

Verschleppte Ermittlungen?

Die Angehörigen Sebastian Maldonados gaben darüber hinaus an, dass sie die forensischen Ergebnisse der Obduktion anzweifeln. Demnach sei Maldonado unter Wasser erstickt, aber der genaue Zeitpunkt seines Todes konnte angeblich nicht ermittelt werden. Außerdem wiesen die sterblichen Überreste des jungen Mannes Konservierungsanzeichen auf, die lediglich bei Temperaturen unter Null auftreten - der Fluss, in dem er gefunden wurde weist allerdings Wassertemperaturen zwischen drei und sechs Grad auf. Abgesehen davon würden laut der Familie wichtige Zeugen aus dem Kreise der Mapuche nicht befragt werden.

Sowohl Menschenrechtsorganisationen als auch die Familie Maldonado haben von Beginn an die Vermutung geäußert, dass die Polizeikräfte in das Verschwinden Maldonados involviert sind. Er wurde als letztes auf der Flucht vor ihnen gesehen. Bisher sind die Ermittlungen in diese Richtung jedoch eher schleppend verlaufen. (aj)

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