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Denkmal für Opfer des Drogenkriegs eingeweiht

In Mexiko Stadt wurde am 5. April ein Denkmal zur Würdigung der Opfer des Drogenkriegs eingeweiht. 64 gerostete Stahlwände mit Zitaten von berühmten Dichtern und Denkern sollen an die knapp 70.000 Menschen erinnern, die in den gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Drogenkartellen ums Leben gekommen sind. Besucher können Nachrichten auf den mehr als mannshohen Stahlwänden hinterlassen, die im Chapultepec-Park errichtet wurden.

Das knapp zwei Millionen Euro teure Denkmal wurde vornehmlich aus beschlagnahmtem Geld der Drogenkartelle finanziert. Mexikos Innenminister, Miguel Angel Osorio Chong, sagte bei der Einweihungszeremonie: “Es hätte niemals einen Anlass, einen Grund geben sollen, dieses Denkmal zu errichten. Niemand, keine Familie sollte um einen Angehörigen trauern, der einer Gewalttat zum Opfer gefallen ist.” Er betonte auch, dass das Monument nicht nur an diejenigen erinnern soll, die gestorben sind, sondern auch den Angehörigen von Opfern gewidmet sei. Seitens einiger Angehöriger gab es jedoch auch Kritik an dem Denkmal. Viele Familien hätten sich eine Namensliste der Opfer gewünscht. Die Regierung verwies darauf, dass es bisher keine vollständige Liste mit allen Namen gebe.

Die Kämpfe zwischen den unterschiedlichen Drogenkartellen haben Mexiko zu einem der gefährlichsten Länder weltweit gemacht. Der ehemalige Präsident Felipe Calderon hat kurz nach seinem Amtsantritt im Jahr 2006 den Krieg gegen die Drogen begonnen und die Kartelle vermehrt mit dem Militär bekämpft. Kritikern zufolge habe dies die Spirale der Gewalt lediglich verschlimmert. Während den sechs Jahren seiner Präsidentschaft kamen knapp 70.000 Menschen ums Leben und 26.000 gelten als verschwunden. (aj)