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Corona muss Platz machen für die Kleinen

Mexikos Biermarkt soll nun auch für kleine Handwerksbrauereien frei zugänglich sein. Das mexikanische Kartellamt hat nach einem dreijährigen Rechtsstreit entschieden, dass die zwei größten Braukonzerne Grupo Modelo und Cuauthémoc Moctezuma kleineren Brauereien künftig einen größeren Marktanteil gewähren müssen. Bestehende Exklusivverträge, die den zwei Brauereimagnaten zu einem Oligopol in Mexiko verholfen haben, müssen damit schrittweise reduziert werden.

Vor drei Jahren hatten die Konkurrenten SAB Miller, Minerva und Primus gegen das Oligopol durch den Corona-Hersteller Grupo Modelo und Sol-Produzent Cuauthémoc Moctezuma geklagt. Sie wehrten sich damit gegen etablierte Exklusivverträge zwischen den beiden größten Brauereien des Landes und ausgewählten Geschäften, Restaurants und Bars. Nach den Exklusivverträgen durften die Vertragspartner bisher nur Biere eines bestimmten Herstellers verkaufen, erhielten als Gegenleistung Preisnachlässe und finanzielle Unterstützung bei Werbung und Mobiliar durch die Produzenten.

Nach Entscheidung der Monopolkommission sollen Exklusivverträge, die Abnehmer an den Verkauf einer bestimmten Biersorte binden, auf 25 Prozent der Restaurants und Geschäfte reduziert werden. Im Jahr 2018 sollen es nur noch 20 Prozent sein. Zusätzlich dürfen kleine Handwerksbrauereien nun ihre Getränke überall ausschenken und anbieten.

Die geplante Marktöffnung erfreute besonders die kleinen Handwerksbrauereien im ganzen Land. „Dieses historische Urteil ebnet uns den Weg, um die Mikroindustrie der Biere zu entfalten“, kommentierte Roberto de Alba, Produzent der Brauerei Revolución, den Richterspruch in der Zeitung La Jornada. Aufgrund der bis dato existierenden Exklusivverträge erreicht der Marktanteil der unabhängigen Brauereien nicht einmal ein Prozent. Ihr Anteil am Biermarkt soll durch die Entscheidung des Kartellamts aber auf fünf Prozent steigen. Mexiko besitzt nach Branchenexperten den sechstgrößten Biermarkt der Welt. Braukonzern Modelo, Teil der belgischen Anheuser-Busch InBev-Gruppe, und Heineken-Tochter Cuauthémoc Moctezuma teilen den Biermarkt fast vollständig unter sich auf. (sck)