Peru |

Conga kommt vorerst nicht

Das umstrittene Bergbauprojekt Conga in der nordperuanischen Provinz Cajamarca ist bis auf Weiteres gestoppt. Dies gab der US-amerikanische Konzern Newmont Mining vergangene Woche bekannt, wie die peruanische Zeitung „La República“ berichtet. Das Vorhaben werde jedoch nicht komplett aufgegeben, erklärte Geschäftsführer Richard O’Brien. Ähnlich äußerte sich auch Premierminister Juan Jiménez. Das Vorhaben sei lediglich „an zweite Stelle gerückt", erklärte er. Newmont Mining hatte betont, dass die „Bedingungen für eine Fortsetzung“ derzeit nicht gegeben seien. Man müsse langsamer vorgehen.

Bevölkerung spricht sich in Umfrag gegen Conga Projekt aus

Zuvor hatten sich in einer Anfang August durchgeführten Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Ipsos Apoyo 78 Prozent der betroffenen Anwohner gegen das Projekt ausgesprochen, nur 15 Prozent waren für das Projekt. Auch die Regionalregierung des Departements hatte sich gegen das Bergbauvorhaben gestellt.

Die Anwohner fürchten um eine Zunahme der Wasserknappheit bei Trinkwasser und Landwirtschaft durch die geplante Goldmine Conga, für die mehrere Bergseen umgesetzt werden sollen. Die peruanische Regierung erhofft sich von dem Projekt Einnahmen in Höhe von 15 Milliarden US-Dollar. Umweltexperten gehen zudem davon aus, dass durch den Einsatz von hochgiftigem Zyanid zum Auslösen des Edelmetalls die Umwelt schwer geschädigt würde.

Anhaltende Proteste trotz Ausnahmezustand

Die Bevölkerung der Region Cajamarca protestiert seit vergangenem November mit Demonstrationen, Protestmärschen und Generalstreiks unter dem Motto "Conga no va" (Conga kommt nicht) gegen das Vorhaben. Dabei kam es immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten, bei denen mehrere Menschen ums Leben. Wiederholt hatte die Regierung den Ausnahmezustand ausgerufen.

Erst Anfang der vergangenen Woche hatte die Bevölkerung trotz Ausnahmezustand erneut gegen die geplante Mine protestiert. (bh)