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CIDH akzeptiert Klage gegen Kolumbien

Zum ersten Mal in ihrer Geschichte nahm die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte CIDH (Comisión Interamericana de Derechos Humanos) eine zwischenstaatliche Klage an. Dabei klagt Ecuador wegen eines Bombardements seines Territoriums durch die kolumbianische Armee gegen Kolumbien.

„Standrechtliche Hinrichtung“

Die CIDH, ein Organ der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS), erklärte sich in diesem Fall für zuständig und merkte zudem an, dass „die Positionen beider Seiten darin übereinstimmen, dass Angehörige der kolumbianischen Armee am 1. März 2008 in ecuadorianisches Territorium eingedrungen und sich in einem Camp im Gebiet von Angostura aufgehalten haben.“

Bei dem Angriff war mit Franklin Aisalla auch ein ecuadorianischer Soldat ums Leben gekommen, weswegen die Klage darauf verweist, dass Aisalla Opfer „einer standrechtlichen Hinrichtung durch einen fremden Staat auf ecuadorianischem Gebiet“ geworden sei.

Kolumbiens Präsident Santos damals Verteidigungsminister

Der ecuadorianische Generalstaatsanwalt, Washington Pesántez, begrüßte die Entscheidung und bezeichnete sie als „angemessen und richtig für Ecuador“. Beide Staaten haben nun drei Monate Zeit, ihre Argumente vorzubringen.

Die Militäraktion, in deren Folge Ecuador die diplomatischen Beziehungen zu Kolumbien abbrach, fand unter dem Vorwand statt, ein Lager der linken kolumbianischen Guerillabewegung FARC (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia) anzugreifen. Bei dem Angriff starben 26 Personen, darunter auch die damalige Nummer zwei der FARC, Raúl Reyes. Der heutige Präsident Juan Manuel Santos war zum Zeitpunkt des Angriffs der zuständige Verteidigungsminister unter Àlvaro Uribe.

Quelle:púlsar in: Poonal