Argentinien |

Christina Kirchner gewinnt Vorwahlen

Die amtierende argentinische Präsidentin Christina Kirchner hat sich bei den Vorwahlen am gestrigen Sonntag eine gute Ausgangsposition für die Präsidentschaftswahlen im Oktober verschafft. Mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten stimmte für die 58-Jährige und ihr Bündnis „Front für den Sieg“. In den erstmals durchgeführten Vorwahlen waren knapp 29 Millionen Argentinier dazu aufgerufen worden, die endgültigen Präsidentschaftskandidaten und Bündnisse für die Wahlen am 23. Oktober zu bestimmen. Mit dem Ergebnis lag Kirchner 38 Prozent vor ihrem stärksten Herausforderer Ricardo Alfonsín, der mit dem Bündnis „Einheit für soziale Entwicklung“ nur zwölf Prozent der Stimmen erhielt. Auch der ehemalige Präsident Eduardo Duhalde vom Bündnis „Volksfront“ konnte nicht mehr als zwölf Prozent für sich verbuchen. Weitere Kandidaten, die die notwendigen 1,5 Prozent der Stimmen erhielten, um zur Wahl antreten zu können, waren der Sozialist Hermes Binner (10 Prozent), Alberto Rodríguez Sáa (acht Prozent) sowie weit abgeschlagen Elisa Carrió (drei Prozent) und Jose Saul Wermus (2,5 Prozent).

Wiederwahl der Präsidentin erwartet

Nach diesem eindeutigen Ergebnis gehen Experten davon aus, dass die Politikerin auch die allgemeinen Wahlen im Oktober mit einem großen Vorsprung gewinnen wird. Lokalen Medien zufolge ist es vor allem das ausgeprägte wirtschaftliche Wachstum von derzeit acht Prozent, das Kirchner zu ihrer starken Position verhelfe. Die Staatspräsidentin hat seit ihrem Amtsantritt 2007 weitgehend die Politik ihres verstorbenen Ehemanns und Ex-Präsidenten Néstor Kirchner fortgesetzt. Kritiker der derzeitigen Politik, die durch viele staatliche Eingriffe geprägt ist, warnen vor der hohen Inflation. Diese in den Griff zu bekommen sei die Hauptaufgabe des nächsten Staatsoberhaupts.
Um die Wahlen für sich zu entscheiden, muss Christina Kirchner im Oktober entweder mindestens 45 Prozent der Stimmen erhalten oder aber 40 Prozent und einen Abstand von zehn Prozent zum Zweitplazierten erlangen. (aj)