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Brasilien überfordert mit Flüchtlingen aus Venezuela

Hunderte Indigene vom venezolanischen Volk der Warao suchen Zuflucht in Manaus. Foto: Adveniat/Achim Pohl
Hunderte Indigene vom venezolanischen Volk der Warao suchen Zuflucht in Manaus. Foto: Adveniat/Achim Pohl

Jeden Tag fliehen rund 200 Venezolaner vor der Gewalt und der Lebensmittelkrise aus ihrer Heimat und suchen Zuflucht in Brasilien. Die Asylanträge, die seit Anfang 2017 gestellt wurden, übertreffen bereits die Gesamtzahl der vergangenen sechs Jahre.

Bis Mai dieses Jahres wurden insgesamt 8.231 Anträge gestellt - 3.375 waren es im gesamten Vorjahr 2016. Derzeit halten sich rund 30.000 Migranten im Land auf, davon 2000 Indigene aus dem venezolanischen Volk der Warao. Viele von ihnen suchen in der Präfektur Manaus Zuflucht - dort ist angesichts des Flüchtlingsstroms inzwischen der soziale Notstand ausgerufen worden.

Vorurteile gegen Flüchtlinge

In Boa Vista, nahe der brasilianisch-venezolanischen Grenze, wurde ein Zentrum für Migranten eingerichtet, das rund 400 obdachlose Flüchtlinge betreut. Nach Angaben des Geschäftsführers von Caritas Brasilien, Luiz Claudio Mandela, sehen sich venzolanische Migranten mit einer Reihe von Voruteilen konfrontiert und stoßen zudem auf das Problem langwieriger bürokratischer Verfahren. Caritas sucht in Zusammenarbeit mit staatlichen Stellen nach Lösungen für die Unterbringung der Migranten aus Venezuela und unterstützt Flüchtlinge direkt.

Quelle: Fides

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