Honduras |

"€žBlutvergieüen in Honduras vermeiden"€? Lage nach der Absetzung des Präsidenten weiter unklar

Nach der gewaltsamen Absetzung des honduranischen Präsidenten Manuel Zelaya hat Adveniat-Geschäftsführer Prälat Bernd Klaschka dazu aufgerufen, einen friedlichen Ausweg aus der Staatskrise zu suchen: „Wir sind in tiefer Sorge um den Frieden und die Demokratie in Honduras.“ Klaschka sprach sich für eine Unterstützung der demokratischen Institutionen aus und warnte vor einem Rückfall in die dunklen Epochen der mittelamerikanischen Geschichte. „Eine Eskalation der Gewalt muss um jeden Preis vermieden werden. Es darf kein Blutvergießen geben.“

Bei der internationalen Staatengemeinschaft stieß die Absetzung Zelayas auf einhellige Ablehnung. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon kritisierte die Machtübernahme scharf. Zuvor hatten unter anderem die USA, die EU und zahlreiche lateinamerikanische Staaten die Festnahme verurteilt.

Unterdessen hat der vom Parlament eingesetzte Übergangspräsident Roberto Micheletti bereits mit der Bildung einer neuen Regierung begonnen. Zugleich ordnete er in der Hauptstadt Tegucigalpa eine zweitägige Ausgangssperre an, um Unruhen vorzubeugen. Der entmachtete Staatschef Zelaya traf aus seinem Exil in Costa Rica kommend in Nicaragua ein.

Am frühen Sonntagmorgen war Präsident Manuel Zelaya von Militärs aus dem Land geschafft und nach Costa Rica ausgeflogen worden. Der Oberste Gerichtshof erklärte die Militäraktion für rechtens, da es einen Haftbefehl gegen Zelaya wegen Verfassungsbruch erlassen habe. Im Parlament wurde ein angebliches Rücktrittsschreiben verlesen und Parlamentspräsident Roberto Micheletti als Interims-Staatschef vereidigt. Er sei niemals zurückgetreten, widersprach unterdessen Zelaya und sprach von einer zivil-militärischen Verschwörung gegen die Demokratie.

Hintergrund für die Staatskrise ist ein von Zelaya angestrebtes Referendum, das ihm mit einer Verfassungsänderung eine Wiederwahl ermöglichen sollte. Unmittelbar vor dem für das Wochenende angesetzten umstrittenen Referendum hatte sich der Präsident sowohl mit dem Obersten Gerichtshof als auch der militärischen Führung des Landes überworfen und den Verteidigungsminister entlassen. Sie verweigerten wie das Parlament dem Referendum die Zustimmung. Begründet hatte Micheletti den Staatsstreich mit der Illegalität des angesetzten Referendums.