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Bischofskonferenz bittet Missbrauchsopfer um Vergebung

Die 101. Versammlung der chilenischen Bischofskonferenz in Chile hat die Opfer sexueller Gewalt um Vergebung gebeten. Auf der Konferenz, die am 4. und 5. April stattfand, wurde zudem beschlossen, Maßnahmen zu ergreifen die künftig verhindern sollen, dass Minderjährige von Mitgliedern der Klerus sexuell missbraucht werden.

Fehler eingestanden

In einer Erklärung der 31 Bischöfe heißt es: "Wir erklären hiermit unsere Nähe und Solidarität mit den Missbrauchsopfern und deren Familien und teilen ihren Schmerz. Wir bitten in aller Bescheidenheit um Vergebung und bieten über unsere Gebete hinausgehend alle Hilfe an, die wir geben können.“ Das Gremium gestand demnach ein, dass nicht immer „rasch und effizient“ auf Missbrauchsvorwürfe reagiert worden sei.

Besondere Erwähnung fand der Fall des heute 80-jährigen Pfarrers Fernando Karamina. Er war bis 2006 Gemeindepfarrer von El Bosque. Gegen Karamina wurden im vergangenen Jahr 17 Vorwürfe wegen sexuellem Missbrauch laut, die der Pfarrer an 17-jährigen Jugendlichen in den achtziger Jahren begangen haben soll. Strafrechtlich kann Karamina nicht mehr belangt werden, weil die Fälle bereits verjährt sind. Der Papst verfügte jedoch am 16. Januar 2011, dass Karamina sich in das Kloster „Convento de las Siervas de Jesús de la Caridad“ begeben müsse, um dort sein Leben in „Gebet und Buße“ zu verbringen.

Psychische und spirituelle Opferhilfe geplant

Um Missbrauchsfällen vorzubeugen, änderte die Bischofsversammlung ein Protokoll aus dem Jahre 2003, dass die Strafverfolgung verdächtiger Bischöfe regelt. Untersuchungen sollen bei Verdacht künftig schneller erfolgen und sich an der Schwere, der Häufigkeit und der Notwendigkeit einer umgehenden Prüfung orientieren. Zudem ist die Einrichtung eines Gremiums geplant, das sexuellem Missbrauch vorbeugen und psychologische und spirituelle Hilfen für Opfer anbieten soll.

Außerdem soll sowohl unter Minderjährigen als auch unter Kirchenangestellten Aufklärungsarbeit geleistet werden, damit Signale die auf mögliche sexuelle Übergriffe hindeuten, künftig besser erkannt werden können. Die neuen Richtlinien will die Bischofskonferenz am Ostersonntag 2011 veröffentlichen. (bh)

Quelle: Adital