Kolumbien |

Bischof prangert Gewalt im Drogenkrieg an

In einem bewegten Appell an die öffentlichkeit hat der kolumbianische Bischof Gustavo Giron Higuita die Gewalt in seiner Diözese Tumaco angeprangert. Im dort tobenden Drogenkrieg bewaffneter Milizen seien allein in den ersten 18 Tagen dieses Monats mehr als ein Dutzend Zivilisten getötet worden, erklärte Giron. Wie der Bischof der Katholischen Nachrichten-Agentur in Bogota mitteilte, sind vor allem die Angehörigen der indigenen Bevölkerung betroffen.

Viele von ihnen seien Opfer von Anti-Personen-Minen. Die mehr als 250.000 in der ostkolumbianischen Region lebenden Menschen litten zudem an den Folgen von Sabotage-Anschlägen auf die Infrastruktur. Angriffe auf Elektrizitätswerke hätten die Stromversorgung seit knapp zwei Wochen unterbrochen.

Bischof Giron rief die für die Gewalt maßgeblich verantwortliche linksgerichtete Guerilla-Organisation FARC und die rechtsgerichteten Paramilitärs dazu auf, die Menschenrechte zu achten. Der mörderische Kampf um die Vorherrschaft im lukrativen Drogenhandel treffe besonders die Ärmsten der Armen. Die Regierung von Staatspräsident Juan Manuel Santos Calderon forderte Giron auf, Vorschläge für eine nachhaltige Entwicklungspolitik in dem Gebiet zu liefern, die den Menschen neue Perspektiven gebe und die Drogenproduktion austrockne.

Seit Jahren lähmt der Drogenkrieg zwischen den bewaffneten Gruppen den Fortschritt in Tumaco. Die kolumbianische Regierung lehnt jedoch Verhandlungen mit den illegalen Gruppen ab und setzt auf eine militärische Lösung des Konflikts.

Quelle: KNA