Honduras |

Bewaffnete erschießen drei Landarbeiter

Der Konflikt um Land und Palmölplantagen in Honduras hat erneut mehrere Tote gefordert. Wie die Bauernbewegung von Aguán (MUCA) in einer jüngsten Erklärung mitteilte, seien am Wochenende drei Bauern von Unbekannten aus einem fahrenden Auto heraus erschossen worden. Die Täter seien "schwer bewaffnete Männer" gewesen, die Opfer hätten an einer Haltestelle in der Stadt Tocoa im Bundesstaat Colón auf einen Bus gewartet, so MUCA.

Gegenüber der Nachrichtenagentur EFE kündigte der Sprecher der nationalen Polizei zu Wochenbeginn die Einleitung entsprechender Untersuchungen an. Von offizieller Seite würden jedoch bisher keine Angaben über die Tat vorliegen. MUCA verurteilte die Ermordung der Männer derweil als "Akte der Feigheit". Privates Wachpersonal der Landbesitzer, rekrutiert zum großen Teil aus dem Bürgerkriegsland Kolumbien, würden als Mittel der "Einschüchterung" eingesetzt, forderte die Bauernorganisation die Regierung in Tegucigalpa auf "die Gewalt gegen die Landarbeiter von Bajo Aguán zu stoppen".

Seit dem Putsch gegen Präsident Manuel Zelaya 2009 ist die ländliche Region von Bajo Aguán Schauplatz eines blutigen Konflikts zwischen Großgrundbesitzern und Kleinbauern um den Zugang zu Land. Laut Angaben der staatlichen Behörde für Menschenrechte starben seitdem über 70 Menschen. Im Oktober 2011 ließ die Regierung von Staatschef Porfirio Lobo das Gebiet von Militär und Polizei besetzen. Ein Gesetz, welches das Tragen von Waffen seit August 2012 nur für Polizei, Armee und private Sicherheitsdienste erlaubt, wird von MUCA kritisiert. Das Verbot müsse für alle Konfliktparteien gelten. (bb)