Honduras |

Bewaffnete erschießen Bauern

Die Gewalt beim Landkonflikt in der Region BajoAguán im Norden Honduras reißt nicht ab. Zu Wochenbeginn erklärte die Bauernbewegung MUCA Unbekannte hätten am Sonntag Abend erneut ein Mitglied des honduranischen Landlosenbündnisses von BajoAguán erschossen. „Bei dem ermordeten Opfer handelt es sich um José Omar Pérez im Alter von 37 Jahren, auf den bewaffnete Männern rund 100 Meter von seinem Haus schossen, woraufhin dieser sofort starb", so eine Pressemitteilung.

Die Bauernbewegung fordert neben einer Agrarreform zur Umverteilung von Land Schutz vor schwer bewaffneten Sicherheitsdiensten lokaler Großgrundbesitzer. Das von der Regierung 2012 erlassene „Gesetz 117“ verbietet Zivilisten das Tragen von Waffen. Staatliche Stellen und private Wachdienste sind hingegen zugelassen. In der Krisenregion seien „99 Bauern durch die Kugeln der Sicherheitsdienste der Großgrundbesitzer und im Gebiet operierender Paramilitärs gefallen", schlägt MUCA Alarm.

Im Rahmen der „OperationXatruch“hat die Regierung von Honduras mehrere Tausend Soldaten nach BajoAguán entsendet, was zu einer weiteren Eskalation des Landkonfliktes geführt hat. Auch Militäreinheiten werden für Menschenrechtsverletzungen in der Region verantwortlich gemacht. „Es gibt viele Menschen, die illegaler Weise bewaffnet herum laufen und sich auf Straßen bewegen, die außerhalb der Reichweite der Streitkräfte liegen“, erklärte am Montag ein Armeesprecher in der Hauptstadt Tegucigalpa.

Laut einem Bericht der staatlichen Kommission für Menschrechte sind im Landkonflikt von BajoAguán von 2009 bis 2013 bisher 92 Menschen getötet und über 70 Menschen verletzt worden. Der größte Landbesitzer des fruchtbaren Tals Miguel Facussé war Unterstützer des politisch-militärischen Putsches gegen Ex-Präsident Manuel Zelaya, der sich unter anderem für eine Landreform stark gemacht hatte. (bb)