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Bergbau auf heiligem Gebiet der Huichol vorerst gestoppt

Die indigene Bevölkerung der Huichol (auch unter dem Namen Wirikuta bekannt) hat im Kampf gegen die Ausbeutung von Gold- und Silbervorkommen auf indigenen und Naturschutzterritorien einen vorläufigen Erfolg erzielt. Ein Bundesgericht hat die Bergbauaktivitäten der kanadischen Firma First Majestic Silver Corp. und dessen mexikanischer Tochterfirma Real Bonanza so lange untersagt, bis der Oberste Gerichtshof eine endgültige Entscheidung getroffen hat.

Indigene Rechte und Naturschutz missachtet

1994 wurden 140.000 Hektar des Gebiets Wirikuta als „Sitio Sagrado Natural" von der Regierung des Bundesstaates San Luis Potosi unter Naturschutz gestellt. Im Jahr 1999 wurde das Gebiet von der UNESCO auf die Liste der 14 wichtigsten heiligen Stätten der Welt gesetzt. Die mexikanische Regierung hat jedoch mindestens 38 Bergbaukonzessionen innerhalb dieser Gebiete vergeben, um die nun gerungen wird.

First Majestic will in dem umstrittenen Gebiet im Bundesstaat San Luis Potosí das Bergbauprojekt „Proyecto Luz“ durchführen und auf rund 6.300 Hektar der Gemeinde Catorce Gold und Silber abbauen, 70 Prozent davon gehören zum Territorium von Wirikuta.

Minengegner der Frente de Defensa de Wirikuta hatten ihre Klage unter anderem damit begründet, dass der indigenen Bevölkerung keine vorherige und freie Konsultation gemäß der ILO-Konvention über indigene Rechte gewährt worden war. Die ILO-Konvention wurde auch von Mexiko unterzeichnet. Allerdings handelt es sich bei den umstrittenen Territorien um Gebiete, die sich laut Silvia Gómez Tagle vom "Centro de Estudios Sociológicos de El Colegio de México" im Staatsbesitz befinden. Die Bergbaugegner werden von der staatlichen Menschenrechtskommission CNDH unterstützt, die von der Staatsanwaltschaft für Umweltschutz und von der Wasserbehörde CONAGUA Maßnahmen zum Schutz des Naturschutzgebietes fordert.

Konzessionen in Schutzgebieten

First Majestic will auch die vor 22 Jahren still gelegte Mine Real de Catorce wieder in Betrieb nehmen, wie die mexikanische Tageszeitung Vanguardia in seiner Internetausgabe berichtet. Die Region Catorce hat eine lange Bergbautradition. Mit einer Silberförderung im Wert von jährlich umgerechnet etwa drei Millionen US-Dollar im 18. und 19. Jahrhundert wurden in Real de Catorce die damals reichsten Silberminen Mexikos betrieben.

Das Volk der Huichol lehnt das geplante Tagebauprojekt neben Gründen des Umweltschutzes auch deshalb ab, da ein heiliges Gebiet vom Bergbau betroffen ist.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Púlsar ist im Naturschutzgebiet jedoch noch ein anderes kanadisches Unternehmen aktiv, das Konzessionen für 60.000 Hektar des Schutzgebietes besitzt und dessen Abbaurechte nicht Teil der einstweiligen Verfügung sind. Dabei handele es sich um die Firma Revolution Resources Corp. und ihr Projekt „Universo“. (bh)