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Benedikt XVI. trifft in Mexiko Opfer der Kriminalität

Papst Benedikt XVI. ist am zweiten Tag seiner Mexiko-Reise mit Staatspräsident Felipe Calderon zusammengetroffen. Im Mittelpunkt der privaten Unterredung am 24. März in Guanajuato stand unter anderem die Bekämpfung des internationalen Waffenhandels. Beide hätten die Notwendigkeit eines internationalen Waffenhandelsabkommen hervorgehoben, heißt es in einer anschließend veröffentlichten Erklärung der mexikanischen Regierung. Eine solche Übereinkunft müsse möglichst bald einen "verantwortlichen Handel" mit Kleinwaffen und leichten Waffen regeln. Deren ungehinderte Verbreitung begünstige das organisierte Verbrechen.

Weitere Themen des rund 20-minütigen Gesprächs waren demnach die Eindämmung des Hungers in der Welt, die atomare Abrüstung sowie die Folgen des globalen Klimawandels. Calderon und der Papst sprachen der Mitteilung zufolge auch über die humanitären Aktivitäten des Vatikan wie dessen Eintreten für eine Abschaffung der Todesstrafe. Mexiko hat gegenwärtig den Vorsitz der Gruppe der G-20-Staaten inne.

Treffen mit Opfern der Kriminalität

Im Anschluss an die Unterredung mit Calderon ist Benedikt XVI. mit Opfern der Kriminalität zusammengetroffen. Die Begegnung im mexikanischen Guanajuato kam auf Vermittlung von Calderon zustande, wie das Präsidialamt mitteilte. Benedikt XVI. sprach mit acht Angehörigen von Personen, die getötet oder verschleppt worden waren, sprach ihnen Trost zu und segnete sie.

Unter den Teilnehmern des kurzen Treffens war eine Mutter, deren vier Kinder von Kriminellen entführt wurden, die Witwe eines Militärs, der bei einem Einsatz gegen das organisierte Verbrechen ums Leben kam, und die Schwester einer Studentin, die als Unbeteiligte im Kreuzfeuer starb. Die Personen waren vom Präsidentenehepaar ausgewählt worden. Sie standen repräsentativ für die 50.000 Opfer des mexikanischen Drogenkrieges seit 2006.

Erinnerung im Gebet an die Opfer des Drogenkriegs

Bei einem Mittagsgebet auf einem Freigelände bei Leon hat Benedikt XVI. besonders für die Opfer des Drogenkrieges und die von Emigration Betroffenen gebetet. Er erinnerte vor mehreren hunderttausend Mexikanern an die Familien, die zur Auswanderung gezwungen seien, sowie an die Opfer von Armut, Korruption, häuslicher Gewalt, Drogenhandel und Kriminalität. Dabei rief er die Gläubigen auf, "sinnlose Rache" zu vermeiden und dem Hass keinen Raum zu geben. Nach Schätzungen örtlicher Medien hatten über eine halbe Million Menschen an der Messe mit Benedikt XVI. und dem anschließenden Angelus-Gebet im Parque del Bicentenario teilgenommen.

Überschattet wird der Besuch von dem unverminderten Kampf der Drogenkartelle. Ungeachtet der Appelle zum Gewaltverzicht während des Papstbesuches wurden allein am Ankunftstag von Benedikt XVI. landesweit zwei Dutzend Menschen getötet. Einer der prominentesten Bischöfe des Landes, Raul Vera Lopez, warf Präsident Calderon eine Mitverantwortung für die Opfer des Drogenkrieges vor.

Quelle: KNA

Papst Benedikt der XVI. wird von dem Präsidentenpaar in Mexiko begrüßt. Foto: Gobierno Federal