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Belo Monte: Mehr Umsiedlungen als bisher angenommen?

Der umstrittene Staudamm Belo Monte könnte wesentlich größere Teile der Stadt Altamira überschwemmen als bisher angenommen. Derzeit wird auf Anordnung der Bundesstaatsanwaltschaft die Topologie der Stadt neu vermessen. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass mehr als die bisher angenommenen 16.000 Einwohner umgesiedelt oder entschädigt werden müssen.

Ingenieure der Universität des Bundeslandes Para sollen anhand der neuen Vermessungen prüfen, ob die in der offiziellen Umweltverträglichkeitsstudie präsentierten Konsequenzen des Staudammbaus den Tatsachen entsprechen. Experten zweifeln an den offiziellen Zahlen zur Umsiedlung von Bewohnern Altamiras, wonach die Häuser von 16.000 Menschen vom Wasser verschlungen werden.

Sollte sich diese Vermutung bestätigen, könnten die neuen Daten den Gegnern des Projektes Aufwind geben. Eine fehlerhafte Berechnung dürfte Zweifel über die Lizenz des Megaprojektes aufkommen lassen. Noch immer versuchen Umweltschutzgruppen sowie Vertreter von Indigenenverbänden und der katholischen Kirche, das Projekt zu stoppen. Gut 500 Quadratkilometer Urwald würden durch den Staudamm überschwemmt, darunter Teile von Indigenen-Reservaten. Das Wasserkraftwerk soll ab 2015 Strom liefern. (milz)