Paraguay |

Bauernführer Vidal Vega erschossen

Eines der führenden Mitglieder der „Bewegung Landloser Bauern Paraguays“ Vidal Vega wurde am Sonntag, 2. Dezember, vor seinem Haus erschossen. Der 48-jährige wurde laut offiziellem Bericht durch vier Schüsse getötet, als er sein Haus verließ, um seine Tiere zu füttern. Die Täter, zwei maskierte Männer, seien anschließend auf dem Motorrad geflohen und sind unerkannt geblieben. Die "Bewegung Landloser Bauern Paraguays“ kämpft seit mehreren Jahren dafür, dass ein Teil des Grundbesitzes von Senator Bals Riquelme von der Colorado Partei wieder verteilt wird. Riquelme hatte sich den Grund und Boden während der Diktatur von Alfredo Strößner zu Eigen gemacht.

In dem anhaltenden Konflikt um dieses Land besetzten mehrere Mitglieder der Landlosenbewegung im Mai dieses Jahres das Land des Gouverneurs. Nach mehreren Wochen der Besetzung kam es Mitte Juni zu einer bewaffneten Auseinandersetzung mit der Polizei, bei der elf Bauern und sechs Polizisten ums Leben kamen. Dieser Vorfall hatte dazu geführt, dass der paraguayische Senat anschließend ein Amtsenthebungsverfahren gegen den amtierenden Präsidenten Fernando Lugo einleitete und den Interimspräsidenten Frederico Franco einsetzte. Lugo hätte nach Angaben des Senats den Konflikt nicht schnell genug beigelegt und sei somit verantwortlich für die Eskalation.

Laut der Staatsanwaltschaft sei das Motiv für die Tat bisher unklar und stünde nicht im Zusammenhang mit den Ereignissen von diesem Sommer. Vidal Vega hatte allerdings zugesagt, in dem Prozess um die Auseinandersetzung zwischen Landwirten und Polizei auszusagen. Er galt als einer der Hauptzeugen in dem Fall. (aj)