Honduras |

Bauern protestieren für Bodenreform

Honduras Konflikt um Land spitzt sich weiter zu. Mit einer Sitzblockade am Montag vor dem Kongress-Gebäude in Honduras Hauptstadt Tegucigalpa hat der Bauerndachverband ANACH seine Forderung nach einer umfassenden Bodenreform unterstrichen. »Es sind noch rund 2.000 Bauern auf dem Weg«, kündigte ANACH-Vertreter Eugenio Herrera Quiroz steigenden Druck auf die Regierung an.

»Wir verlassen die Hauptstadt nicht eher, bis unser Gesetzesprojekt, das wir letztes Jahr eingebracht haben, hier behandelt wird«, so Herrera Quiroz gegenüber der Tageszeitung »La Tribuna«. Das Vorhaben sei im Oktober 2011 an den Kongress übergeben worden, war aber seitdem entgegen anderslautender Ankündigungen nicht mehr auf die Tagesordnung gesetzt worden, informierte ANACH.

Acht von zehn Produzentenfamilien haben kein Land

Eine Regulierung der ungleichen Landverteilung im mittelamerikanischen Land sei dringend notwendig, erklärte Herrera Quiroz weiter, damit »es in unserem Land Frieden gibt und keinen Hunger mehr, der uns am meisten beeinträchtigt«. Laut ANACH haben acht von zehn Produzenten-Familien kein Land oder verfügen nur über fünf Hektar. Dem steht eine hohe Konzentration von Land entgegen, ein Prozent kontrollieren über ein Drittel fruchtbaren Bodens. Auf dem Land sind 65 Prozent arm, obwohl sie 76 Prozent der landwirtschaftlichen Produktion in Honduras stemmen.

Im Konfliktherd von Bajo Aguán, wo Landlose immer wieder Land vom Palmöl-Multimillionär Miguel Facussé besetzen, haben Polizei und Militär auf Druck des nationalen Unternehmerverbandes ANDI mit der Entwaffnung bäuerlicher Selbstverteidigungsgruppen begonnen. Davor hatte Präsident Porfirio Lobo das Gebiet im Norden des Landes zur »Sonderzone« erklärt, der Kampf um Land sei eine »Gefährdung für die nationale Sicherheit«.

Vitalino Álvarez von der lokalen Bauernorganisation MUCA kritisiert, dass nur Bauern, nicht aber Sicherheitsdienste der Unternehmer entwaffnet würden. Zuletzt hatten Killertrupps in der besetzten Facussé-Finca »Los Laureles« den 32 Jahre alten Bauern Israel García erschossen. Seit dem Putsch gegen Präsdent Manuel Zelaya 2009 sind in Bajo Aguán über 60 Menschen getötet worden. (bb)