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Ausschreitungen bei Protesten gegen Bergbaureform

Bei Protestdemonstrationen gegen die Reform des Bergbaugesetzes in San Félix y Vigui sind am 7. Februar neun Personen verletzt worden. Rund 1.500 Indigene vom Volk der Ngäbé Bügle aus der Region Comarca blockierten gegen Mittag die Fernverkehrsstraße Panamericana. Die Polizei setzte gegen Tränengas, Pfefferspray und Gummigeschosse gegen die Demonstranten ein.

Die Verletzten hätten zudem keine angemessene medizinische Versorgung erhalten können, weil im Krankenhaus von San Felíx keine Ärzte zugegen waren, beklagten Indigenenvertreter.

Indigene und Umweltschützer fordern Referendum

Das Parlament diskutiert seit dem 1. Februar über ein Reformpaket zu den Bergbaugesetzen des Landes. Die geplanten Neuregelungen würden unter anderem die Ausbeutung von Rohstoffen auf dem Territorium der Ngöbe-Buglé erlauben. Dort befinden sich am Cerro Colorado Kupfervorkommen, die laut Presseberichten auf 17 Millionen Tonnen geschätzt werden.

Rund 50 indigene Organisationen und Umweltgruppen hatten vor wenigen Tagen ein Moratorium für das Reformpaket gefordert. Es müsse zunächst eine gesellschaftliche Debatte geführt und am Ende durch ein Referendum über die Reformen entschieden werden, hatten Vertreter der Organisationen Anfang Februar auf einer Pressekonferenz in Panama-Stadt erklärt. Die gegenwärtigen Reformpläne würden zu einem Ausverkauf der Ressourcen an transnationale Unternehmen führen, warnen die Kritiker.

Präsident sieht keine Gefahr des „Ausverkaufs“

Präsident Ricardo Martinelli verteidigte hingegen die Reformpläne. “Man wird nichts zulassen, was Umwelt oder Flüsse zerstört. Wir sind lediglich darauf aus, dem Staat mehr Einnahmen zu verschaffen", zitiert Radio Temblor den Präsidenten. (bh)

Quelle: Adital mit Informationen von Radio Temblor