Haiti |

Aufbau Haitis wird mindestens 8 Milliarden US-Dollar kosten

Die Interamerikanische Entwicklungsbank (IDB) legte gestern (16.02.) ihren Bericht über die geschätzten Kosten für den Wiederaufbau in Haiti vor. Die Rekonstruktion von Schulen, Straßen und anderer wichtiger Infrastruktur wird laut der drei Autoren Andrew Powell, Eduardo Cavallo und Oscar Becerra mindestens 8 Milliarden US-Dollar kosten. Die ökonomen der IDB haben auf der Grundlage von anderen Naturkatastrophen berechnet wie viel Geld für den Wiederaufbau benötigt wird. Da aber jedes dieser Ereignisse absolut individuell sei, sind diese Angaben lediglich als grobe Schätzung zu verstehen. Die Autoren geben in der Studie eine maximale Kostenhöhe von 14 Milliarden US-Dollar an.

Zwar sei der Wiederaufbau damit nicht so teuer wie der 2005 nach Wirbelsturm Katrina, dies liegt aber lediglich an den höheren Preisen in den USA. Aus diesem Grund haben die Verfasser die zu erwartenden Kosten in Bezug zum Bruttoinlandprodukt Haitis gesetzt. Das Ergebnis ist verheerend. Auch 2020 wird das Erbeben vom 12. Januar noch Einfluss auf die Wirtschaft des Landes haben. „Das Wirtschaftswachstum des Landes kann auch in zehn Jahren noch 30% unter dem Wert liegen, der ohne das Erdbeben erreicht worden wäre“, so die Autoren. In der Studie wird betont, dass eine Kooperation zwischen zahlreichen bilateralen und multilateralen Gebern notwendig sein wird, um Port-au-Prince wieder aufzubauen. Eine ausführlichere Studie wird derzeit von der Weltbank und dem UN-Entwicklungsfond ausgearbeitet.

Die hohe Zahl der Todesopfer - die Regierung spricht von 230 000 Toten - macht das Erdbeben zur zerstörerischsten Naturkatastrophe aller Zeiten. Es starben beispielsweise mehr Menschen als beim Tsunami 2004 in Indonesien und beim Zyklon Nargis 2008 in Myanmar.

Text: aj