Honduras |

Armut alarmierend hoch

Von den rund acht Millionen Einwohnern des Landes leben fast fünf Millionen unterhalb der Armutsgrenze. Dies geht auch einem Bericht des IV. Forums für Entwicklung in Lateinamerika hervor, das am vergangenen 6. und 7. Mai im Sitz der Vereinten Nationen stattfand.

Demnach leben 59 Prozent der Honduraner unterhalb der Armutsgrenze, 36 Prozent davon sogar in extremer Armut.

Honduras gehört in Lateinamerika zu den ärmsten Ländern und weist gleichzeitig eine besonders hohe soziale Ungleichheit auf. Rund 1,7 Mio. Einwohner haben pro Tag nur 1,5 US-Dollar um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Auf die zehn Prozent der Reichsten entfallen 42 Prozent des Gesamteinkommens, auf die zehn Prozent der Ärmsten kommen nur 0,9 Prozent.

Verarmte Landbevölkerung

Damit verbunden sei auch eine fehlende Grundversorgung der Bevölkerung, wie etwa Wasser, Abwasser oder Elektrizität oder medizinische Versorgung. Besonders prekär sei die Lage auf dem Land, wo 53 Prozent der Bevölkerung leben, 45 Prozent davon unterhalb der Armutsgrenze, wie aus einer Untersuchung des Nationalen Statistikamts (INE) aus dem Jahr 2008 hervorgeht.

Laut UN-Welternährungsprogramm UNDP ist auch die Produktivität in der Landwirtschaft sehr niedrig, es dominiere die Subsistenzwirtschaft. Rund 27 Prozent der minderjährigen Einwohner des Landes sind chronisch unterernährt und daher besonders anfällig für Krankheiten.

Die Ministerin für soziale Entwicklung in Honduras, Hilda Hernández erklärte vor Vertretern der 16 teilnehmenden Staaten, dass die Regierung mit sozialen Programmen und einem neuen Gesetz gegensteuern wolle, dass die Zusammenarbeit von Nichtregierungsorganisationen, Privatwirtschaft und staatlichen Stellen verbessern soll. Die Interamerikanische Entwicklungsbank, die Weltbank sowie das UNDP unterstützen Honduras bei diesen Projekten, so die Ministerin. (bh)

Quelle: Adital