Honduras |

Anwalt von Bauernbewegung erschossen

In Honduras ist am Wochenende der prominente Menschenrechtsanwalt Jose Antonio Trejo Cabrera von Unbekannten ermordet worden. Wie die Tageszeitung "La Tribuna" berichtet, wurde der 41-Jährige in der Nacht zum Sonntag, 23. September, (Ortszeit) beim Verlassen einer Kirche von fünf Pistolenkugeln getroffen, nachdem er zuvor an einer Hochzeit teilgenommen hatte. Auf dem Weg ins Krankenhaus sei der Rechtsanwalt dann seinen schweren Verletzungen erlegen.

Der Jurist hatte in den seit Jahren andauernden Auseinandersetzungen zwischen landlosen Bauern und Großgrundbesitzern die Interessen der Campesinos vertreten. Victalino Alvarez, Sprecher der örtlichen Bauernorganisation Movimiento Unificado Campesino del Aguan (MUCA), bestätigte den Tod Trejos: "Das ist ein schwerer Schlag für uns. Er war ein großartiger Anwalt. Im Gericht haben sie ihn nicht besiegen können, also haben sie ihn ermordet."

Erst vor wenigen Wochen hatte sich der Konflikt in dem mittelamerikanischen Land erneut zugespitzt, als 600 landlose Kleinbauern eine Farm in der Provinz Bajo Aguan im Nordosten von Honduras besetzten, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Später wurde die Farm mit Hilfe eines gewaltsamen Polizeieinsatzes geräumt.

Auslöser für die Zusammenstöße an der honduranischen Karibikküste sind nach Angaben der internationalen Menschenrechtsorganisation FIAN die Aktivitäten internationaler Palmölproduzenten, die in Bajo Aguan in großem Stil investieren wollen. Palmöl wird aus dem Fruchtfleisch der ölpalme gewonnen und kommt außer in der Nahrungsmittelindustrie auch bei der Gewinnung von Agrar-Treibstoffen zum Einsatz. FIAN wirft den Behörden vor, die Konzerne bei der Vertreibung der Bauern von ihren Ländereien zu unterstützen. Erst vor gut zwei Wochen hatte die Organisation die Gewalt gegen Bauernaktivisten in Honduras angeprangert und einen besseren Schutz von Menschenrechtsaktivisten verlangt.

Quelle: KNA