Mexiko |

Angeblich Kopfgeld für Migranten-Priester ausgesetzt

Der wegen seines Einsatzes für Migranten bekannte Priester Alejandro Solalinde wirft mexikanischen Politikern vor, auf ihn ein Kopfgeld von umgerechnet 300.000 Euro ausgesetzt zu haben. Namentlich beschuldigte der Geistliche den früheren Gouverneur des Bundesstaates Oaxaca, Ulises Ruiz, und den Ex-Regierungschef von Veracruz, Fidel Herrera, ein Klima für Morddrohungen geschaffen zu haben. Beiden Politikern sei sein Engagement für illegale Einwanderer ein Dorn im Auge gewesen, sagte Solalinde dem TV-Sender Univision in einem Interview.

Solalinde hatte vor einer Woche auf Drängen von Menschenrechtsorganisationen und der Mexikanischen Bischofskonferenz sein Land verlassen. Das Interview wurde im US-amerikanischen Miami aufgezeichnet. Solalinde zeigte dabei ein Notizbuch mit Namen, die er als mögliche Urheber der Morddrohungen vermutet. Seine Arbeit in Mexiko wolle er in absehbarer Zeit fortsetzen. „Die Aufgabe ist noch nicht beendet“, so der Geistliche. Schon zuvor hatte Solalinde lokale Politiker bezichtigt, mit der Drogenmafia zusammenzuarbeiten und hinter den Drohungen zu stecken. Bis zu seiner Ausreise leitete er eine katholische Anlaufstelle für Migranten aus Mittel- und Südamerika. Im Bundesstaat Oaxaca organisierte er eine Unterkunft für Einwanderer auf der Durchreise in die USA, um ihnen einen sicheren Schlafplatz zu bieten und sie vor dem Zugriff der Drogenmafia zu schützen.

Quelle: KNA