Kolumbien |

Abgeordnete verabschieden "€žRahmenplan für den Frieden"€?

Unter dem Eindruck massiver Gewalt wurde in dieser Woche im Repräsentantenhaus über einen Rahmenplan für Friedensverhandlungen mit bewaffneten Gruppen abgestimmt.

Am Dienstag waren in Bogotá bei einem Bombenattentat auf den früheren Innenminister Fernando Londoño dessen Fahrer und ein Leibwächter ums Leben gekommen. Mindestens 39 Personen wurden bei dem Attentat verletzt, darunter auch Londoño. Dieser sei schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht worden, befinde sich aber außer Lebensgefahr, so die Polizei. Der Anschlag ereignete sich tagsüber in einer belebten Hauptstraße der Metropole.

Friedensbemühungen sollen fortgesetzt werden

Über die Urheber des blutigen Anschlags herrscht bisher noch keine Klarheit, sowohl die FARC als auch rechte Paramilitärs werden von verschiedenen politischen Lagern für die Gewalttat verantwortlich gemacht. Nur wenige Stunden zuvor hatte die Polizei nach eigenen Angaben einen weiteren Autobombenanschlag auf das Polizeipräsidium in Bogota vereitelt.

Präsident Juan Manuel Santos unterstrich gegenüber der Presse, man werde sich trotz der Gewalt nicht von den Friedensbemühungen abbringen lassen und erklärte, der Anschlag habe Londoño gegolten. Dieser hatte während der ersten Amtszeit von Präsident Uribe als Innenminister fungiert und ist für seine harte Linie gegen die Guerilla-Organisation FARC bekannt.

Abgeordnete stimmen Rahmenplan zu

Die Abgeordneten stimmten am Mittwoch mit 126 zu vier Stimmen für den Friedensplan, der Verhandlungen mit bewaffneten Gruppen zur Beilegung des internen Konflikts ermöglichen soll. Der Friedensplan muss noch vom Senat bewilligt werden.

Die FARC hatte vor kurzem die letzten zehn Geiseln aus Militär und Polizei freigelassen. Präsident Santos hatte diesen Schritt begrüßt, jedoch betont, für Friedensverhandlungen sei die Freilassung aller Geiseln notwendig. Seit Ende April befindet sich der französische Journalist Roméo Langlois in der Gewalt der Organisation. Er hatte das kolumbianische Militär am 28. April zu einem Einsatz gegen die Guerilla begleitet, bei dem es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen kam. (bh)