Brasilien |

Abgeordnete stimmen neuem Mindestlohn zu

Die Abgeordnetenkammer des Parlaments in Brasília hat am Mittwoch dem Vorschlag der Regierung von Präsidentin Dilma Rousseff zugestimmt, den monatlichen Mindestlohn auf umgerechnet 240 Euro (545 Reais - bisher 510 Reais) anzuheben. Die Gewerkschaften hatten zuletzt 560 Reais gefordert.

Buhrufe von Gewerkschaftern

Die Sitzung hatte am Nachmittag mit einer Lesung des Regierungsvorschlages durch den Abgeordneten Vincentinho begonnen, der Rousseffs Arbeiterpartei (Partido dos Trabalhadores, PT) angehört. Er verteidigte den angestrebten Mindestlohn unter Buhrufen von Gewerkschaftern, die dem Geschehen auf der Galerie des Parlaments beiwohnten. Der brasilianische Vizepräsident Michel Temer von der zentristischen PMDB (Partei der Brasilianischen Demokratischen Bewegung) hatte sich vor der Abstimmung mit den führenden Abgeordneten seiner Partei getroffen und um die Zustimmung der Fraktion gebeten. In der kommenden Woche muss nun noch der Senat grünes Licht für den neuen Mindestlohn geben.

Streit um Teilhabe am Wirtschaftsboom

Präsidentin Rousseff hatte Ende Januar erklärt, der Vorschlag von 545 Reais orientiere sich am brasilianischen Wirtschaftswachstum der vergangenen zwei Jahre. Die Gewerkschaften halten das Angebot für ungenügend und fordern eine angemessene Beteiligung der Arbeitnehmer am Wirtschaftsboom. (bs)