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64 indigene Sprachen vom Aussterben bedroht

Die Indigena Magdalena García Durán beim Gebet in der Kathedrale der Hauptstadt Mexikos. Foto: Adveniat/ Hecker
Die Indigena Magdalena García Durán beim Gebet in der Kathedrale der Hauptstadt Mexikos. Foto: Adveniat/ Hecker

Von den 68 in Mexiko gesprochenen indigenen Sprachen sind 64 vom Aussterben bedroht. Grund für das drohende Verschwinden der ursprünglichen Idiome sei der Umstand, dass "die Mehrzahl nicht über eine Schriftform verfügt", erklärt die Sprachwissenschaftlerin Luz María Rangel Alanís gegenüber der lokalen Tageszeitung "El Exelsior" am Sonntag, 14. Februar 2016.

Die Folge nicht vorhandener Verschriftlichung sei das Fehlen der "Teilnahme an gedruckten und digitalen Medien", so die Akademikerin von der Universidad Iberoamericana Ciudad de México weiter. Zwar sehe das nationale Gesetz zur Sprachlichen Vielfalt aus dem Jahr 2003 vor, dass die indigenen Sprachen offizielle Sprachen des Landes seien. Doch trotz Artikel 4 der Norm, die den Sprachen den selben Rang wie Spanisch zusichert, gebe es für die 6,6 Millionen Sprecher indigener Sprachen so gut wie kein Schriftmaterial.

Allerdings hätten elf Sprachfamilien (Algica, Yuto-nahua, Cochimí-yumana, Seri, Oto-mangue, Maya, Tarasca, Totonaco-tepehua, Mixe-zoque, Chontal de Oaxaca und Huave) keine Schriftzeichen entwickelt, was ihre Verbreitung über Medien oder Internet so gut wie unmöglich mache. Zur Rettung der bedrohten Sprachen schlagen die Wissenschaftler nun die Bildung eines Netzwerkes vor, das eine Schrift ausarbeiten soll, um eine multimediale Software und eine PC-Tastaturbelegung für jede Sprache anbieten zu können. (bb)