Guatemala |

60.000 Gewalttote seit Ende des Bürgerkriegs

Auch nach Ende des Bürgerkriegs in Guatemala reißt die Welle der Gewalt nicht ab: Seit Dezember 1996 sind mindestens rund 63.000 Menschen gewaltsam ums Leben gekommen. Das teilte das Menschenrechtsbüro des Erzbistums Guatemala-Stadt am Mittwoch (Ortszeit) mit. Seit Unterzeichnung des Friedensabkommens wurden demnach jährlich durchschnittlich rund 4.500 Menschen getötet.

Zugleich verwies die Diözese auf einen kontinuierlichen Anstieg der Gewalt. Unter den Staatspräsidenten Alvaro Arzu (1996-2000), Alfonso Portillo (2000-2004) und Oscar Berger (2004-2008) habe die Zahl der Verbrechen besorgniserregend zugenommen. Während in den vier Jahren nach Ende des Bürgerkriegs offiziell 13.582 Todesopfer verzeichnet wurden, erhöhte sich diese Zahl bis Ende der abgelaufenen Legislaturperiode auf 21.511. Wenn diese Tendenz anhalte, könnte zum Ende der Amtszeit des amtierenden Präsidenten Alvaro Colom die Zahl der tödlichen Gewalttaten 25.700 übersteigen.

Eine repräsentative Umfrage ergab jüngst, dass 52 Prozent der Einwohner Guatemalas die Armut als Grund für die Gewalt im Land sehen. Fast die Hälfte gab an, die Regierung tue zu wenig dagegen. Während des Bürgerkriegs (1960-1996) wurden insgesamt mehr als 200.000 Menschen getötet.

Quelle: kna