Kolumbien |

40 Prozent der Indigenen sind unterernährt

Von den rund 1,3 Millionen indigenen Einwohnern Kolumbiens sind 40 Prozent unternährt. Dies erklärte der Leiter des „Staatlichen Programms für Indigene Angelegenheiten“, Gabriel Muyuy Jacanamejoy, am vergangenen Montag gegenüber kolumbianischen Pressevertretern. Rund 550.000 Indigene im Land müssen Hunger leiden.

Allein im nordwestlichen Departement Chocó sterbe jeder vierter Indigene. In diesem Jahr seien dort bereits 30 Kinder an Hunger gestorben. Der Gouverneur des Departements, Luis Gilberto Murillo bestätigte, dass dort rund 8.000 Kinder unterernährt seien.

Hauptursache ist bewaffneter Konflikt

Muyuy äußerte sich besorgt angesichts dieser Zahlen. Ursache für diese Situation sei der bewaffnete Konflikt. Er sprach von einer regelrechten "Nahrungsmittelkrise" unter der indigenen Bevölkerung. Muyuy kritisierte zugleich, dass begonnene Sozialprogramme die indigene Bevölkerung nicht erreichten. Aufgrund drohender Angriffe könnten die Indigenen weder Jagen noch Fischen "oder in anderen Fällen werden sie an der Aussaat gehindert. Die Angst vor Landminen behindert die Bewegungsfreiheit auf dem Land", zitiert die Nachrichtenagentur TeleSur den Behördenvertreter.

Viel besser sei die Situation jedoch auch im Osten des Landes nicht, erklärte Walter Gómez von der Indigenenvereinigung der östlichen Departements Guainía und Vichada auf Anfrage der Tageszeitung „El Tiempo“. Dort seien in diesem Jahr 14 Kinder gestorben, ein Teil von ihnen wegen Unterernährung und fehlender medizinischer Versorgung. (bh)